Jul 8 Good Bye Australia…

Die letzten Tage kamen und gingen, blieben aber unspektakulaer.

Mehrmals haben wir bei zu geringer Bezahlung den Dienst quittiert und zur Zentrale telefoniert man koenne uns wieder abholen. Konnten keine neuen Leute fuer den genannten Arbeitslohn gefunden werden sprang dieser oft ueberraschend um 80-100% an, was uns doch wieder motivierte den darauffolgenden Tag arbeiten zu gehen und auch einigermassen lukrativ war. Wichtig war, dass alle am gleichen Strang zogen. Ich denke unsere “Gewerkschaft” war zum Schluss ganz gut etabliert.

Im Nachbarort haben die Bewohner eines anderen Arbeitshostels in einer naechtlichen Gemeinschaftsaktion mit Farbe “FUCK VICKY” aufs Hausdach geschrieben. Hier ist eine Frau die Managerin des Hostels und der gleiche Name – Vicky- ist rein zufaellig. Sie hatte den willigen Arbeitern deren Ansicht nach schlechte Jobs vermitelt und sie ebenfalls mit zu hohen Zusatzgebuehren ueber den Tisch gezogen. Ich finde die Protestaktion gut. Wenn es nach mir ginge, haette die Kritik ein bisschen konstruktiver sein koennen. Zum Beispiel “Faire Loehne fuer harte Arbeit” oder “Warum soll ich eine 30 Dollar Verwaltungsgebuehr zahlen wenn ich nur 25 verdiene?”. Aber Backpacker sind kronisch Pleite und Farbe ist teuer – so muss jeder Buchstabe gut ueberlegt sein. Die Nachricht verfehlte ihre Wirkung nicht.

Am 6 Juli mache ich mich mit dem Nachtbus auf den Weg zurueck nach Melbourne, von wo am 8 Juli mein Flug nach Bangkok, Thailand geht.

Vor 10 Tagen habe ich mir beim Arbeiten einen Ast ins Auge gehauen, und da die Schmerzen und der Druck auf dem Auge nach 10 Tagen immer noch nicht besser waren und die Schmerzen nun auch Richtung Ohr und Hals zogen entschied ich einen Arzt aufzusuchen. Besser in Australien als in Thailand.

Ich suchte zuerst einen Optiker auf, und fragte dort an der Rezeption wo ich einen guten Augenarzt finde. “Das kann ich machen”, meldete sich eine nicht wenig akraktive Aerztin Anfang 30, die das Gespraech mitgehoert hatte, und direkt bei dem Optiker arbeitet. “Haste ne Medicard?”(eine Art australische Krankenversicherung). “Nee, hab ich nicht, bin nen Tourist” . “Na normalerweise muss ich dir das berechnen, aber komm einfach mal mit, das machen wir so. Hast dir nen guten Tag ausgesucht, ist sowieso nichts los.”

Mein Glueckstag! Gefunden wurden keine Fremdkoerper mehr, das Auge ist auch nicht verletzt, allerdings stellt sie eine durch den Fremdkoerper ausgeloeste allergische Reaktion fest die behandelt werden muss. Zurueck an der Rezeption muss sie mir nun noch ein Rezept ausstellen, aber der Boss ist da, und der hats bestimmt nicht gerne wenn Leute gratis behandelt werden. Clever greift sie zu einer “Ihr naechster Termin mit Frau…”-Karte, und schreibt statt Namen, Datum und Uhrzeit den Namen meines Medicaments in die Zeile. Ich bedanke mich mit einem netten laecheln, und eile davon.

Am 8 Juli verabschiede ich mich am Flughafen von meinem heissgeliebten Gaskocher bei dem ich leider vergessen hatte die Gaskartusche zu lehren, und fliege mit Jetstar, einem australischen Low-Cost-Carrier, nach Bangkok…

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