Kategorie: 5 Neuseeland

Dez 28 Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2010

Ich wuensche allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2010 auch wenn ich mich nicht bei allen persoenlich gemeldet habe.

Weihnachten habe ich weit im Norden am Cape Reigna fernab von allem verbracht. Dort gibts weder ne Telefon noch Handyempfang.
Dafuer einen sehr schoenen verlassenen Sandstrand und berghohe Sandduenen.

Die naechsten Wochen wird es auf der Webseite ruhig werden, denn ich werde die meiste Zeit im Auto oder abseits der Internetzugaenge schlafen und die Webseite damit auch nicht aktualisieren. Dazu ist meine Netbookfestplatte derzeit defekt so das ich auch garnichts hochladen kann. Habe keien Lust sie zu reparieren.

Zum Auto sei noch gesagt das der Iraner und der Kuweiter zu Recht geschwitzt haben als die Scheisskiste beim Fahrzeugcheck war. Noch am ersten Tag habe ich einen Crash gebaut weil ich auf einer engen Schotterpiste bei 40km die Kontrolle ueber den Wagen verloren habe und gegen einen Erdwall gebrettert bin. Noch nie habe ich mich so ueber mich selbst geaergert. Drei Tage nach der Reperatur in einer Hinterhofwerkstatt wurde ich netterweise mit Hupe und Fernlicht von einem Maori angehalten der mich darauf hinwies das mein rechtes Vorderrad kurz davor war abzufallen. Zwei Muttern hatten sich schon komplett von den Bolzen abgeschalgen, und die anderen waren locker.

Diagnose in der Werkstatt: Falsche Felge fuer das Fahrzeug. Vermutlich hat das rumgeschlacker welches von mir im Fahrzeug nicht bemerkt wurde auch dazu gefuert das der Wagen die Kontrolle bei dem Unfall verlor. Das zumindest sagt der Werkstattbesitzer.

Kurz vorm Cape Reigna setzte dann der Motor aus, was hier besonders prickelnd war, da die naechste ordentliche Werkstadt ca. 100km weiter suedlich liegt, Handyempfang nicht exisitert, und dazu noch WEIHNACHTEN ist. Nach jeweils 5 Minuten marschierte der Wagen brav weiter, die Kompression war okay, die Temperatur war gut. Die Kiwis in den dann gefundenen Werkstaetten waren nicht besonders begeistert ueber die Weihnachtsfeiertage an einem Touri-Van rumzuschrauben, guckten alle nur 2 Minuten lieblos ueber den Motorbock, summten ein “Mhmhmhm” gefolgt von einem: “Das krigen wir heute nicht raus, fahr einfach weiter und finds raus. Good Luck”

Nun bin ich wieder in Auckland von wo aus ich morgen nach Sueden aufbrechen will. Vorher will ich den Wagen, vor allem aber den Motor und die Steuerung und Spur noch einmal richtig durchchecken lassen. Ich hoffe es kostet mich kein Vermoegen.

Gestern und heute haben die Werkstaetten leider zu. Selbst die grossen Ketten. Die Tage nach Weihnachten sind Sommerferien. Einige oeffnen nicht vor dem 6 Januar, aber ich werde schon was finden.

Nun habe ich den ganzen Eintrag dem Auto gewidmet, was eigentlich ziemlich schade ist, denn ich habe unglaublich viel gesehen. Habe ein paar Hoehlen auf eigene Faust erkundet und durchklettert, habe dort 100.000 Gluehwuermchen gesehen die den Hoehlenhimmel zu einer Sternengalaxy erstrahlen liessen, habe Waelder durchwander, eine Tageswanderung am Cape Reigna gemacht, schoene Buchten angeschaut, in einem kleinen Hafen, am Strand oder an Aussichtsplattformen geschlafen, nette Leute getroffen, Sonnenuntergaenge angeschaut und eine Menge Instantnudeln gegessen.

Strecke: Auckland –>Goat Island –>Waipu and Caves –>Whangarai and Caves–>Pahia, Bay of Islands –>Northland bis Cape Reigna –>Ueber Umwege zurueck nach Auckland; Km: 1300. Reichweite mit einer Tankfuellung: 500km. Kosten fuer eine Tankfuellung: 45 Euro

Ich hoffe der Wagen laueft nach ersten Schwierigkeiten nun zuverlaessig, damit ich den Fokus ein bisschen mehr auf das Land lenken kann. Wenn man Statistiken trauen kann, dann muesste es ja so langsam wieder aufwaerts gehen.

Dez 20 Aufbruch Richtung Norden…

Kumpel Jan hat gesagt “Kauf nen Japaner”. Und da Jan meistens Recht hat, habe ich einen Japaner gekauft. Baujahr 1994, und bescheidene 140.000 km auf dem Tacho, was für neuseeländische Verhältnisse sehr wenig ist. Ein Nissan Caravan, 1999 importiert aus Japan.

Der Preis war mir am Anfang etwas zu günstig für den Zustand des Wagens vorgekommen, noch dazu weil es sich um versteckte Händler und nicht um Privatleute handelte, die man mit einem geschulten Auge leicht am Verhalten erkennt. Ich habe die ganze Zeit nach einer Macke gesucht.

Verkauft wurde der Van von einem Iraner, einem Kuweiter und seinem 14-Jährigen Bruder auf einem großen Carmarkt, der Auckland Car Fair, die hier jeden Sonntag stattfindet.. Der Verhandlungspreis war bei 3.700 NZD angesetzt, sie haben ihn mir dann aber für 3.200 NZD angeboten. Jedes mal wenn ich mit den Händlern ins Gespräch kam und diese ihre auswendig gelernten Standartphrasen abspuhlten musste ich grinsen weil ich immer eine Kopie meines Bruders vor Augen hatte, der auch Autos kauft und verkauft. Da ich schon einige Einkäufe meines Bruders miterlebt habe wusste ich das an dem Preis noch was zu machen ist. Schließlich war mein Gegenüber Händler und hat den Wagen vermutlich einer armen Wurst für einen lächerlich niedrigen Betrag abgeschwatzt.

“Was ist denn so die Schmerzgrenze?” Er habe schon den Preis runtergelassen weiter ginge es nicht. “Wo ist denn der letzte Preis”? Ich fragte ihn schließlich was er von 3000 NZDhält, und nach einigem zögern willigte er ein. Ich machte mich mit einem “Mhmhmh” auf und davon. Weil der Wagen so günstig war vermutete ich immer noch eine Macke und wollte den Wagen in einer unabhängigen Werkstatt durchchecken lassen. Ich wusste das ich, würden diese etwas finden, und Werkstätten finden immer etwas, eine neue Verhandlungsgrundlage hätte und wollte den Preis schon vorher nocheinmal drücken. “2.900 NZD und ich lasse ihn durchchecken, wenn alles in Ordnung ist kaufe ich ihn”. Er willigt ein.

Der Fahrzeugcheck war sehr gründlich und daurte eine ganze Weile, was dem Iraner schon die ersten Schweißperlen auf die Stirn trieb. Der Kuwaiter nahm es lockerer. Zu meiner Überraschung (zu seiner vermutlich auch) wurde nichts ernstes gefunden. Im Gegenteil. Der Wagen wäre in einem für das Alter sehr guten Zustand, vermutlich der beste Van auf dem relativ großen Carmarkt meinte der Mechaniker. Als ich ihm den Preis nannte meinte er “Wenn du ihn dafür bekommst hast du Glück”. Nichts desto trotz gab er mir eine Checkliste mit den kleinen Mängeln wie “Motor ölt” oder “Stoßdämpfer etwas weich” was bei nahezu jedem Auto auf der Checkliste steht.

Ich versuchte einen besorgten Gesichtsausdruck aufzusetzen und brummte ein “Ohohoh” vor mich hin als ich zurück zum Iraner schlenderte. Der bekam natürlich große Augen. “Bruder ich versprechen, nix Probleme, alles gut. Garantiert!” Ich handelte ihn letztendlich auf 2.800 NZD herrunter. (Knapp 1400 Euro)

Die Zulassung und ein “Legally Check” in dem gecheckt wird ob der Wagen geklaut ist, der Tachostand stimmt, etc wurde direkt vor Ort gemacht. Trotzdem wird auch von offizieller Seite sehr leichtfertig mit den Daten umgegangen. Niemand prüft Fahrgestellnummern oder Motornummern. Es gibt keine gedruckten Fahrzeugpapiere. Man richtet sich einfach nach einem auf die Windschutzscheibe geklebten Aufkleber, der eine Registriernummer des Wagens enthält. Theoretisch könnte man einen Aufkleber der Windschutzscheibe in einen anderen baugleichen Wagen kleben, Nummernschilder umschrauben und niemand würde das jemals hinterfragen. Ich war jedoch neugierig und fragte bei der Regestrierungsstelle ob es nicht so etwas wie eine Fahrgestellnummer gibt. Gibt es tatsächlich. Und die Nummern sind im Wagen eingestanzt, nur wussten die beiden nicht wo. Ich wollte zurück in die Werkstadt um dort nachzufragen. Nun wurde es den beiden Verkäufern die immer noch aufs Geld warteten aber zu bunt, und ich hatte Probleme zu erklären das es ja nichts gegen sie wäre. Sie wurden richtig trotzig und sehr gereizt und ich dachte das es jetzt vielleicht doch noch Probleme gab. Aber die Nummern passten. Und die beiden gaben zu das sie heute noch was dazugelernt hätten. Vermutlich wird ab heute jeder Wagen den die beiden auf dem bei Touristen beliebte Carmarket verkaufen mit “Garantiert geprüfte Seriennummern” angepriesen (vorrausgesetzt sie stimmen). Sie waren in meinem Fall in jedem Fenster eingraviert und in der Motorhaube eingestanzt, aber das ist von Wagen zu Wagen verschieden.

Als ich jetzt noch eine Unterschrift für den Erhalt des Geldes wollte wurde es dem Iraner fast zu viel, aber er willigte ein. Ich fragte garnicht mehr ob er mir seine Adresse aufschreiben würde, es wäre sowieso eine falsche. “Soll er vielleicht noch die Stunden und Minuten neben das Datum schreiben?” fragte der Kuweiter amüsiert und ich antwortete mit ernster Mine “Ja bitte, und die Sekunden.” was jedoch vom Iraner überhört wurde.

Für den Fall der Fälle brauchte ich jetzt doch noch eine gültige Telefonnummer und lockte ihn mit der Aussage “Vielleicht schreibt ihr mir noch ne Nummer auf, für den Fall das ich den Wagen nach meiner Reise wieder billig verkaufen will, ihr Jungs seht ja so aus als würdet ihr das öfters machen.” Auf den Satzteil “Ihr Jungs seht ja so aus als würdet ihr das öfters machen.” fing der Kuweiter herzhaft an zu lachen, was mit einem versteckten Ellbogenstoß vom Iraner in seinen Bauch quittiet wurde, worauf dieser vestummte. Ich bekam aber die Nummer.

Glücklich über meine neue Errungenschaft fuhr ich an eine nahegelegene Bucht und auf einen der vielen Vulkankrater und kaufte einen größeren Vorrat an Lebensmitteln und Getränken.

Mein Van hat ein aus einfachen Holzbrettern zusammengehämmertes Doppelbett in der Ladefläche welches vom Iraner und Kuwaiter dort reingezimmert wurde, und ist so bereits perfekt für die Reise vorbereitet. Ich bin jedoch der erste der diesen Wagen als Campervan benutzt, bisher war es ein normaler Transporter.

Morgen früh mache ich mich in Richtung Norden auf den Weg. Wo ich Weihnachten feiern werde weiß ich noch nicht. Vielleicht irgendwo ganz weit draußen, vielleicht irgendwo an einem netten Ort oder in einem netten Hostel. Wird vermutlich etwas dauern bis ich mich dann mit den ersten Eindrücken wieder zurückmelde….

Hier noch ein paar Fotos von meiner Zeit aus Auckland: