Kategorie: 1 Vor der Abreise

Mai 12 Über regellose Regelungen…


Eingesperrt fühlt man sich dann, wenn man sich in seiner Freiheit beschnitten fühlt. Individuelle Freiheit hört für mich da auf sie das Recht eines dritten verletzt.

Im praktischen Leben sind wir aber ständig Gefange völlig unüberschaubarer, unlogischer Verkettungen von Vorschriften und Verpflichungen. Das hemmt Kreativität, Individuallität, und freies Denken.

Wir stimmen uns kurz aufs Thema “regellose Regelungen” ein und lauschen dem unangefochtenen Chefretoriker und Erklärbär der CSU, Edmund Stoiber:



Ob “Eddie” Edmund Stoiber da am Ende des Satzes noch wusste was er am Anfang sagen wollte? Wir werden es wohl nie erfahren ;-) .

Fest steht: Wir sind abhängig von einem völlig aufgeblähten Regulierungsapperat der uns viele Möglichkeiten nimmt ein eigenständigeres freieres Leben zu führen.

Um so mehr man sich aus dem Regelwerk entfernt, um so weniger Sicherheiten bleiben. Weniger Sicherheit bedeutet aber auch mehr Freiheit. Dies bedeutet wiederrum mehr Verantwortung für sich selbst.
Das wirft die Frage auf ob wir es überhaupt gelernt haben, in diesem Umfang Verantwortung für uns selbst zu übernehmen…

Mai 9 Alles neu macht der Mai…


Ich dachte es wäre an der Zeit mal einen ersten richtigen Eintrag zu schreiben und zu erzählen was im letzten halben Jahr so passiert ist. Ende letzten Jahres habe ich ja beschlossen meine Ausbildung an den Nagel zu hängen und meinen Rucksack aufzuschnallen…

War alles bisschen ungünstig gelaufen – thats life! Auf jedenfall hats nicht mehr funktioniert. Wer es schafft eine Ausbildung mit 230 Euro Bafög im Monat abzuschließen ohne anschließend endweder total überschuldet zu sein oder einen Rudel rosa Elefanten durch die Geschlossene zu peitschen, dem gilt mein absoluter Respekt ;-)

Ich habe beschlossen das es das nicht Wert ist. Ich beschloss mich bis zum Tourenstart am 1. August wieder auf Jobsuche zu begeben.

Meine “Fall-Managerin” des hiesigen “Job-Centers” empfahl mir eine Stelle im Callcenter. Eine gewisse Ironie lässt sich nicht leugnen, wenn ein renomiertes Callcenterunternehmen auf der Straße Hartz4-Empfänger aufliest um sie innerhalb von 3 Tagen zu “Dialog-Managern” auszubilden, die dann andere Hartz4-Empfänger anrufen die Aufgrund von Geldnot gerade Ihre Abos gekündigt haben…

Bei 60 x 60 cm Arbeitsfläche kann ich feststelen: Wäre ich ein Huhn, hätte mein Arbeitgeber sicherlich gegen die Legehennenschutzverordnung verstoßen.

So aber hatte ich Einblick ich die tiefsten Abgründe des deutschen Telemarketings :-) Da war z.B. der erblindete Privatfernsehabonement, dem man die außerplanmäßige Kündigung verweigerte weil man anwaltlich feststellte er hätte ja noch zwei Ohren. Da war die türkische Frau mit behindertem Kind, der man so lange das aktuelle Programm vorstellen musste bis sie drei mal deutlich NEIN gesagt hat.

Meine “Human Resource Managerin” mit solchen Vorkommnissen konfrontiert meinte nur“Wir sind ja hier nicht die Wohlfahrt”. Am Abend habe ich dann Konfetti aus meinem Arbeitsvertrag gemacht und lange darüber gegrübelt wie arm man dran ist, sollte man auf so eine Arbeit angewiesen sein. Inzwischen habe ich regelrechtes Mitleid mit den Leuten, und habe mir fest vorgenommen den nächsten Weinprobetelemarketer auf nen Gläschen Cola Light einzuladen :-P

Karriereberater
Der Karriereberater: Internetfund. Urheber leider unbekannt


Naja, weitere Highlights meiner Jobsuche erspare ich Euch. Habe dann Geld verdient in dem ich mich als Trödler versucht habe. Unglaublich was manche Leute alles wegschmeißen, und wie man sich selbst immer wieder mit der Anhäufung von überflüssigen Wertgegenständen zumüllt ;-) Nebenbei hab ich als Erntehelfer gearbeitet, hab mich als Pizzafahrer versucht, und habe nun seit wenigen Tagen wieder einen vernünftigen Job.
Bis zum 1. August.

Die Arbeit macht Spaß, Kollegen sind nett, der August kann kommen…