Aug 7 Die ersten 350km – Sommer, Sonne, Sonnenschein…

Hallo, da ist er also, der erste Blogeintrag von Unterwegs :-)

Von Peine bin ich am 1. August Richtung Steinhuder Meer gestartet, habe  es aber nicht ganz bis dorthin geschafft und habe am Blauen See in Altgarbsenbei Hannover halt gemacht.

Am zweiten Tag ging es weiter nach Steinhude, auf die Badeinsel, und dann auf einen Campingplatz in Mardorf.

Am 3. August gings von dort weiter nach Nienburg an die Weser, und ich entschloss mich spontan, da ohne Plan, den Weserradweg Flußabwärts hinunter zu fahren, da ich ihn von Minden schonmal Flußaufwärts gefahren bin und mir der Weg sehr gut gefallen hat. Bei Drakenburg hinter Nienburg schlief ich die 3. Nacht.

Es ging dann weiter nach Verden an der Aller (und Weser), wo ich neben einer schönen Altstadt mehrere dutzend Störche beobachten konnte, welche teilweise nur wenige Meter vor mir vor meiner Kamera bereitwillig Modell standen.

Darauf folgten Achim und dann Bremen, wo ich das erste mal auf der Reise in einer Jugendherberge übernachtete. Bremen – mein erster Besuch seit 9 Monaten, in einer Stadt in der ich knapp 1 Jahr gewohnt hatte. Komisches aber vertrautes Gefühl von Heimat. Habe mir meine alte Wohnung angeguckt.

Zuerst sollte es nun von Bremen weiter flussaufwärts nach Bremerhaven gehen, aber andere Radler erzählten mir der Radweg dort oben ist nicht besonders schön, und führt oft weit von der Weser entfernt durch Industriegebiete.

Von Bremen gings dann also am Tag 5 früh morgens durch die erwachende Stadt durch den Bürgerpark ins landschaftlich sehr schöne Oberblockland. Als ich noch in Bremen wohnte und mal einen Sonntag auf Fahrradtour war, hatte ich mal ein kleines Schild “Radfernweg Bremen-Hamburg 153 km” gelesen.  Ich hatte also nun die Idee von Bremen nach Hamburg zu fahren.

Nunja, heute ist Tag 7.
Der 350.te Kilometer ist abgestrampelt, und ich bin in einer kleinen Gemeinde untergekommen dessen Namen ich gerade vergessen habe, ca. 15km von Buxtehude und 25km von südlich von Stade. 

Hinter der Stadt Zeven habe ich mich ordentlich verfahren, weil die Fahrradweg-Beschilderung immer sperrlicher wurde und irgendwann die Ortswegweiser für Radler von Beschriftungen mit Ortsnamen in “R1″ – “R6″-Beschilderungen umgewandelt wurden. Da ich keine Radkarte hatte mit der ich diese Kürzel hätte interpretieren können, fuhr ich blind, nach Gefühl, und später dann nach dem Sonnenstand und Uhrzeit ungefähr in die richtige Richtung. Ich fuhr durch unglaublich idylische Landschaften, kreuzte Ausläufer der Heide, fuhr durch Sand-, Wald- und Wiesenwege und stolperte heute Mittag schließlich ohne zu wissen wo ich eigentlich bin in eine kleine Dorf-Sparkassenfiliale. Dort halfen mir gleich 4 Angestellte meinen richtigen Weg nach Hamburg wiederzufinden, zauberten eine verstaubte Radwanderkarte aus der Region aus der Schublade, der Chef wurde befragt, und schließlich bekam ich die optimale Route inkl. touristischer Highlights präsentiert. Die Karte welche mit 3 Euro ausgezeichnet war, bekam ich übrigens geschenkt! Was für ein Service!!!!!!!!!!!!!

Obwohl ich die letzten 30km völlig blind gefahren bin war ich zwar nicht auf dem Radfernweg von HB nach HH aber doch erstaunlich präziese Richtung Hamburg vorrangekommen.

Internetcafes in kleinen Dörfern und Städten zu finden ist manchmal garnicht so einfach und auch garnicht so billig. Daher erst heute mein erster Eintrag. Hier im Örtchen habe ich gerade in einem REWE nach einem Internetcafe gefragt. 3 Kollegen wurden herbeigerufen, doch keiner hatte einen Rat. Als ich bereits draußen mein Eingekauftes verladen hatte und davon radeln wollte kam eine Kassiererin hinterhergelaufen und meinte sie hätten telefoniert, und man hätte eine Spielhalle mit Internetcafe ausfindig gemacht. Wieder gabs eine ausführliche Wegbeschreibung. Noch einmal: Was für ein Service!!!!!!

Für morgen lautet also die Tagesetappe Hamburg! Über 600 Bilder habe ich schon geschossen.  Viel habe ich schon gesehen.

PS: Ich schreibe sehr ausführlich Tagebuch in mein Notizbuch, aber werde vermutlich auf Reisen nicht dazu kommen von allen Erlebnissen zu berichten und alle Fotos hochzuladen. Ein erstes Video und eine Auswahl von 100 Fotos für die erste Woche werde ich hochladen sobald ich mal privat länger einen Internetzugang habe. Das Netbook bleibt erstmal aus, es ist einfach unglaublich nervig immer stundenlang nach Strom oder w-lan zu suchen. Dafür ist die Zeit unterwegs viel zu kostbar.

Fazit: Es gibt unglaublich viel Natur, man bekommt ein deutlich anderes Verhältnis zu den Entfernungen.

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