Feb 18 Ein Dilema kommt selten allein…

Ich fuhr von Greymouth nach Christchurch um Silke abzuholen. Ich hatte sie bereits auf der Nordinsel kennen gelernt und wir haben nun beschlossen eine Weile gemeinsam zu reisen. Auf dem Weg von West- zu Ostkueste ueberkuerte ich den Arthurs Pass Nationalpark, machte eine Tageswanderung mit atemberaubenden Aussichten auf den Artuhrs Pass selbst, das unter mir liegende Flussbett, und die schneebedeckten Alpen im Hintergrund.

Ich lernte zwei deutsche Maedels kennen, wir wanderten den Rest gemeinsam. Eine der beiden merkte nach Rueckkehr ueber meine Nudelkochgewohnheiten an: “Du ich mach ja jetzt wirklich schon viel mit, aber das geht zu weit” Owei! – Bin gespannt wie Silke und ich uns verstehen :-)

Nachdem ich den beiden noch das Fahrertuerschloss repariert hatte fuhr ich weiter, kletterte in einem Reserve noch eine Stunde lang durch eine Hohle in der ein Fluss eine Schneise durch einen Berg geschliffen hat, und in dem man dem Flussverlauf nun unterirfisch folgen kann, und kam schliesslich in Christchurch an wo Silke derzeit untergekommen ist.

Wir starteten den naechsten Morgen, und kamen genau 20 km! Der Wagen rollte aus, und wir konnten uns gerade noch auf einen kleinen Parkplatz schleppen. Dieses mal wollte er einfach nicht wieder starten. Kein klopfen auf die Benzinpumpe, nichts half.

Es haette schlimmer kommen koennen. Gleich hinter der naechsten Kurve begann so etwas wie ein Dorf, und es gab ein Cafe, einen Kiosk, ein Restaurant und einen Pub. Gut – alles befand sich unter einem Dach, aber wir wuerden zumindest nicht verhungern.

Viel wichtiger war die Tankstelle 200 Meter weiter. Es war zwar Sonntag, aber am Montag morgen wurde uns hier jemand helfen koennen. Wir schliefen im Van am Strassenrand (Wo sonst?) und beschaeftigten uns mit Kniffel und hatten uns eigentlich eine Menge zu erzaehlen, denn wir kannten uns ja noch nicht wirklich lange. Immerhin verstanden wir uns gut, so das keine wirliche Langeweile aufkam, beschlossen das Dorf aber spaetestens dann zu verlassen, wenn uns in diesem Nest jeder mit Vornamen ansprechen koennte…

Wir hofften das uns am neachsten Morgen geholfen werden kann….

Nach dem Aufstehen startete der Van wie von mir befuerchtet tadellos. “Schnurrt wie ein Kaetzchen.” Bisher hatte mir dann immer jeder Mechaniker gesagt “Wo kein Problem ist kann ich nichts reparieren”, aber das liess ich jetzt nicht mehr durchgehen. Der Mechaniker konnte aber auch nichts fuer uns tun, riet uns die 20km zurueck nach Christchurch zu fahren um dort eine Fachwerkstatt aufzusuchen die einen Computer an die Elektronik anschliessen kann. Der Wagen fuhr und blieb dann 200 Meter vor der angepeilten Werkstadt liegen! Scheisse! Wir wurden geschleppt.

Wenn ein Neuseelaender dir sagt schon sagt “We have a quite big dilema here man!” dann hast du wirklich ein Problem! Es ist eigentlich kaum noch steigerungsfaehig. Nix mit dem gewohnten “No Worries”, “Take it Easy” oder “Relax”. Sondern ein: “We have a quite big dilema here man!”

Was der Mechaniker uns versuchte schonend beizubringen: Die Motorsteuerung ist abgeraucht, eine neue kostet 1.800 (In Worten: eintausendachthundert) Dollar + Shippingcosts aus Japan, und die Generalueberholung der alten Steuerung “700 Bucks”. Da der Van fahruntuechtig keine 100 Euro mehr Wert ist hatte ich eigentlich keine andere Wahl ihn reparieren zu lassen.

3 Tage wuerde es dauern und wir muessten auch noch zurueck in ein Hostel was zusaetzlich Geld kostet. Meine Laune war am Boden. Ich wollte die Zeit nutzen Silke ein paar Fotos auf meinem Notebook zu zeigen und: Zack: “Bluescreen”. Warum eigentlich immer ich? Das Ding ist wohl ein Totalschaden, auch wenn die Festplatte wohl noch ganz und die Fotos noch gespeichert sind.

Naja, lange rede kurzer Sinn: Wir starten heute, 18 Februar, von Christchurch neu und hoffen das alles glatt laeuft! Fotos gibts keine, denn das Notebook ist hin, und die Berichte werden sich in Zukunft wieder etwas schneller lesen lassen, da ich selten Zeit haben werde so viel im Internetcafe zusammenzutickern.

Ich bin pleite, aber da bin ich nicht ganz allein, wir suchen gerade nach einem Job, und wir hoffen beide irgendetwas zu finden bei dem wir am selben Ort zusammen arbeiten koennen.

Silke zeigte mir eine Anzeige mit dem Titel “Maennliche Stripper gesucht”. Ich lehne dankend ab:-)

Kommentare zu diesem Artikel:

  • reni

    schrieb am 18. Februar 2010 um 18:30 Uhr:

    och doch bitte Tobi, mach das doch, aber silke soll ordentlich Fotos amchen, gibt bestimmt genügend Geld, nicht nur der Job an sich, sondern auch die Fotos!
    hoffe dir geht es gut, hast am Samstag echt gefehlt, alle waren da nur du nicht! Schade
    hdl reni

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