Okt 28 Die ersten 20 Tage Suedafrika mit Fotos…

Ich bin irgendwie schreibfaul. Aber immerhin habt ihr jetzt ne Menge neue Fotos. Schreibfaul vielleicht auch deshalb weil die Eindruecke einfach zu unterschiedlich und zu kontrastreich, und zu umfangreich sind, um sie in einem simplen Blogeintrag unterzubringen.

Von Johannesburg machte ich meinen Weg ueber Soweto wo ich ein Armutsviertel, als auch reichere Wohngegenden besuchte, ging ins Hector Peaterson Museum und wurde von meinem Guide an ereignisreiche Orte in der Vergangenheit gefahren. So fuhren wir beispielsweise zum Haus Nelson Mandelas oder zu der Strasse, auf der der 13jaehrige Hector Peaterson waeherend der Proteste gegen das Apartheidregim erschossen wurde.

Danach ging es in die Drakensberge, wo ich eine gefuehrte Tour zum Gipfel des Amphietheaters machte, und mehrere Tage im Royal Natal Nationalpark umherwanderte. Einfach beeindruckend, und vor allem beeindruckend einsam und verlassen. Solange man am Wandern ist oder sich von der Landschaft fesseln lassen kann, ist es schön weit und breit der einzigste Mensch zu sein. Man sieht Vögel, Affen, offene Landschaften, einfach idyllisch.

Ich traf im Hostel 2 Pärchen aus Suedafrika, genauer gesagt aus der Stadt Bela Bela, was sie aber “Balla Balla “ aussprechen. Sie haben mich zwei Abende zum Grillen eingeladen und es gab typisches suedafrikanisches Essen: Ich probierte getrocknetes Fleisch, eine Art Bratwurst, gegrillte und scharf gewuerzte Garnelen, leckeres gegrilltes Toast und “Pap” (keine Ahnung ob ich das richtig geschrieben habe) eine Art dicker Brei, welcher aus Getreide hergestellt wird.

Highlight war aber ein selbstgemixter Kurzer, der schmeckte wie “Omas selbstgebackene Keckse”. Vodka, Kondensmilch, und Zimt sind Hauptbestandteile.

Von den Drakensbergen ging es in die Millionenmetropole Durban. Durch die Ereignisse in Johannesburg vorsichtig geworden, fragte ich einen Franzosen aus dem Hostel ob er mich nicht bei Nacht an den Strand begleiten wolle. Unsere Ecke war aber sicher. Das Hostel “Happy Hippo” lag in der Naehe der “Marine World”. Einem Freizeit- und Unterhaltungskomplex der rund um die Uhr von Polizei und Securitydiensten bewacht wird.

Von Durban aus besuchte ich das Valley of 1000 Hills, eine Zuludorf und eine Krokodilfarm, und traf auf Shelly aus den Niederlanden. Wir besuchten die Strandpromenade und gingen zusammen in einem schicken Fischrestaurant essen. Obwohl ich normalerweise kein feinschmecker fuer Fisch bin muss ich sagen: Lecker!

Die naechsten Tage machte ich mich dann auch wieder allein auf den Weg, obwohl ich mich hargenau an die “NO GO- Areas hielt die mir das nette Maedel an der Rezeption ans Herz legte. Ich besuchte unter anderem einen Indischen Markt (Die Inder sind hier in Durban eine große Minderheit) und kaufte einen Wecker fuer 10 Rand (Umgerechnet 1 Euro). Woher ich komme wollte der Verkaufer dann noch wissen. “Germany”. “Ah, der Herr Hitler he?” war das einzige was er ueber Deutschland zu sagen wusste. Ich fuhr mit dem Bus zurueck ins Hostel, waehrend ich meine neue Errungenschaft betrachtete. Tick Tack, Tick Tack.. – Stille- Der Wecker war tot und leider auch nicht mehr zu reanimieren.

Von Durban ging es an die Wildcoast, genauer gesagt an die Coffeebay. Hier bin ich derzeit auch immer noch untergebracht. Ziehmlich weit draußen. Und man sagt die Ecke hier ist das letzte Stueckchen echtes Afrika, welches in Suedafrika uebergeblieben ist. Kein Strom, kein Wasser, unser Hostel ist da eine Ausnahme. Schafe, Ziegen, Kuehe und tausende kleinee Huetten die aus Stroh und Erde gebaut sind.

Leider regnet es zur Zeit den ganzen Tag. Am naechsten Tag war ich trotzdem  wandern, begleitet von vielen Kindern die sich immer als Guide anbieten um Geld zu verdienen. Fuer mich ist das extrem nervig weil man dann nie seine Ruhe hat und man sich wenn einem die Kinder hinterherlaufen und den Weg erklaeren(den man schon kennt) staendig verpflichtet fuehlt zumindest 30, 40 oder 50 Cent rauszuruecken (Was auch ueber den Tag auch schon ganz schoen ins Geld gehen kann). Ich wollte eigentlich zum “Hole in the Wall” laufen, aber der Regen wurde zu stark.

Den Tag darauf hab ichs dann trotz Regen mit 2 anderen eine weitere Wanderung zum “Hole in the Wall” gewagt. Eine Felsformation mit einem großen Loch direkt an der Kueste, das von einem Fluss getrennt wird. Durch die Öffnung peitschen dann die Meereswellen in den Fluss.

Die kleinen Baeche die ich gestern muehelos ueberqueren konnte haben sich ueber Nacht durch anhaltende Regenfaelle in reissende Stroemungen und Wasserfaelle verwandelt. Heute wurden wir nicht von Kindern begleitet, die wohl am Montag morgen alle in der Schule sassen, sondern von 2 Hunden, die auf alle Kuehe, Kaelber, Schafe und Lämmer jagt machten die uns unterwegs begegneten. Wir konnten sie grade noch davon abhalten ein kleines Lämmchen zu zerlegen. Da wir irgendwann sowieso Nass bis auf die Knochen waren kamen die anderen beiden auf die Idee die Schuhe auszuziehen und durch einen Wasserlauf durchzulaufen. Ich hatte aber aufgrund der starken Stroemung die in einem Wasserfall endete bedenken und wir beschlossen einen Umweg zu laufen.

Das Wetter wurde immer uebler, und wir kamen irgendwann auf eine befestigte Schotterstraße. Diese liefen wir weiter ab, bis wir wieder auf die Kueste trafen. Weit im Hintergrund sahen wir einen Felsen der wohl zum Hole in the Wall gehoerte, beschlossen aber aufgrund des immer schlechteren Wetterverhaeltnisse umzukehren. Wie der Zufall es will kam ein 4×4 Jeep vorbei, wir hielten den Daumen raus, und wurden sofort mitgenommen. Aber was ist mit den uns seit zehn Kilometern hinterherlaufenden Hunden? Ich haette sie einfach da gelassen, denn sie haetten sicher zurueck gefunden. Die anderen beiden beschlossen sie aber mit auf die Ladeflaeche zu hiefen und so holperten wir zu dritt mit zwei großen Hunden unter der geschlossenen Ladeflaeche ueber die Schotterpiste zurueck in die Coffeebay. Hunde haben aber die doofe Angewohnheit sich
zu Schuetteln und zu Stinken sobald sie vom Nassen ins Trockene kommen. Als einer von beiden dann auch noch anfangen wollte zu kotzen kamen wir endlich in der Coffeebay an. Was fuer ein Spaß!

Den naechsten Morgen mache ich das Zelt auf und sehe erst den einen Hund, dann den anderen Hund, dann 3, 4, 5, 6, 7.

Obwohl der 7. genauer gesagt kein Hund sondern ein Wolf ist. Ein geschenk eines Wildreservates an das Hostel. Knuffig. Genervt von meinen kleinen neuen Freunden ging ich an den Strand. Als ich zurueck kam stand mein Zelt seltsam gespannt da, die gestaenge waren krum, und ich versuchte sie neu aufzurichten. Da hackt doch was…

Und was sehe ich da: Einer der Hunde hat sich, weils ja so schoen gemuetlich ist zwischen das Moskitonetz und die Regenplane gequetscht und sozusagen auf dem Zelt gelegen… Da der Hund von oben bis unten voller Matsche war und bei dem Wetter ein trockenes windstilles Plaetzchen gesucht hat, koennt ihr euch vielleicht vorstellen wie das Zelt von innen ausgesehen hat…

Abends lief dann ein grosses Pferd aus Richtung Reception kommend an der Kueche vorbei durch den Innenhof… “Das ist Lisa, die kommt manchmal vorbei und moechte einfach nur einen Apfel oder nen Salatblatt”.

Den naechsten Tag erwache ich um 5:30 durch laute “Grassrausreiss”- und Kaugeraeusche.  Ich oeffne die Zeltplane, und wer Steckt seinen Kopf hinein? Das Pferd! Na zumindest kam es nicht auf die Idee sich in mein Zelt zu kuscheln ;)

Hoffe mit diesem kleinen Bericht zumindest die groebste Neugierde gestillt zu haben.

Okt 22 909 Euro fuer Schnapps!

So. Meine Mastercardabrechnung ist da, und die Gang die mich ausgeraubt hat hat mit meiner Kreditkarte fuer 909 Euro in einem Jumbo Luquor Store eingekauft… Wie viele Flaschen Vodka moegen das wohl sein? Und wer soll das alles trinken..? So viel Spass fuer wenig Geld!

Neue Fotos und Berichte kommen in Kuerze. Die Drakensberge waren beeindruckend. War viel wandern. Internetzugang hier ist sehr langsam, habt ein paar Tage Geduld!

 

Meine Erlebnisse in Kuerze:
- Besuch des Townships Soweto (Mit Guide!!(Alles andere haette bei meinem Herbergsvater einen Herzinfarkt verursacht:)) Fuer mich irgendwie verstoerend dieses Land!)
- Fahrt in die Northern Drakensberge, Ampthitheater (Weltkulturerbe)
- Besteigung des Gipfels des Amphietheaters auf 3200m mit ortskundigem Fuehrer.
- 2 x Einladung zum Grillen mit Afrikaans (lecker!)
- Zwei Wanderungen durch den Royal Natal Nationalpark auf eigene Faust durch Berg, Tal und Flussbett. (Wasserfaelle, Affen und eine spektkulaere Szenerie)
- Fahrt nach Durban
- Besuch eines Zuludorfes und des “Valley of 1000 Hills”
- Mittagessen mit einem netten Maedel aus Holland in einem noblen Restaurant am Strand von Durban