Sep 2 Kontraste

So viele verschiedene Eindrücke. Der Wahnsin. “Ich weiß das ich nichts weiß”, jetzt erst recht ;-) !

Heute habe ich an einer kostenlosen fünfstündigen alternativen Statdführung teilgenommen. Geführt wird durch die alternative Szene, Straßenkunst und den Untergrund.

Die Ideologien, Visionen, Lebensauffassungen und Lebensformen sind so Gegensätzlich, so unterschiedlich… Man möchte am liebsten laut aufschreien.

Investoren, Banken und Konzerne auf der einen Seite, Hausbesetzer, Straßenkünstler, und in Randgebieten entwickelte soziokulturelle Einrichtungen auf der anderen. Eigentlich müssten diese Gegensätze jeden Tag aufeinanderprallen.

Oft tun sie das auch.
Beispiel das Kunsthaus Tacheles: Vor vielen Jahren als Abbruchhaus für 50 Cent pro Monat an eine Künstlergruppe vermietet, ist es inzwischen eine echte Größe in der nationalen und internationalen Kunstszene geworden. Das Gebäude wurde verkauft, die Investoren haben gewechselt, und die Bank lässt das Gebäude zwangsräumen.

Ein von einem Künstler angelegtes “Biotop” im Hinterhof hält derzeit noch einen kleinen Schutzschirm aufrecht: Durch das auf wenigen Quadratmetern angelegte Biotop welches aus einem kleinen Teich und einigen Bäumen besteht hat er, was für ein geschickter Schachzug, durch eine Artenschutzbeauftragte die Planierraupen stoppen können…..

Am Abend hatte ich gleich mit mehreren aktivisten kleinerer lokaler Partein sehr lange Gespräche die überall in der Stadt auf Wahkampftour gehen. Auch hier: Die Vorstellungen, Ideologien und Gedanken sind so unterschiedlich. Man weiß ja garnicht was man denken, was man glauben, und wie man handeln soll…

Wenn man sich beim Reisen auf macht, Fragen auf Antworten zu bekommen, führt das meist selten zu Antworten, sondern zu einer Menge neuer Fragen…

Werde noch ein paar Tage hier bleiben bevor ich weiterziehe.

Sep 1 Berlin, Berin, wir fahren nach Berlin!

Bzw. wir sind schon da. Was für Ein Kulturschock. Von Brandenburg, einem Gebiet mit der geringsten Bevölkerungsdichte Deutschlands, unglaublich viel Natur, Wald, Seen und unglaublich viel Nichts, direkt in die Weltmetropole Berlin.

Wer sich auf Brandenburg einstimmen möchte der hört sich am besten das Lied “Brandenburg” vom Musikkaberettisten Reinald Grebe an.

Trotzdem hat mir Brandenburg sehr gut gefallen. Diese Stille. Dieses Nichts. Irgendwie befreihend. Vor allem nach den protzigen Ostseebädern tat das wirklich gut.

Trotzdem bin ich schneller hier angekommen als geplant. Aber meine Knie tun unglaublich weh. Heute morgen noch am Werbelinsee mit einer Oma zusammen Pommes mit Currywurst “gefrühstückt”, und heute Abend schon unterm Alex.

Da ich erst gegen 23 Uhr hier eingetroffen bin weil ich mich mit der Zeit verschätzt habe bin ich in einer Jugendherberge untergekommen und hoffe morgen eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit über CS zu finden. Dafür habe ich hier kostenlos Internetzugang und kann Euch mal wieder ein paar neue Fotos präsentieren.

Was gibts sonst neues: Die Brille ist wieder im Eimer, diesmal das andere Glas. *grrr* Das Lager vom Radl hört sich immer übler an, der rechte Bowdenzug der Schaltung ist gerissen, die linke Schaltung für die kleinen Gänge ist auseinandergefallen. Aber das Fahrrad wird gequält bis es auseinanderfällt!

Gefunden und in meine Ausrüstung integriert: Ein Herring, ein großes frisch gewaschenes Badehandtuch, und ein Basecap.

Die Bilder zeigen noch keine Fotos aus Brandenburg sondern von der Fahrt an der Ostsee, der Insel Usedom und dem Weg von dort bis nach Pasewalk.