USA 05 - Einfach frei sein!

2 Videodiashows findet Ihr am Ende des Berichtes!
Freitag, 15.07.05 11:54 Deutscher Zeit:
Ich sitze in Düsseldorf Flughafen, das Gepäck ist schon seit halb 11 aufgegeben,
und ich bekomme so langsam Lust auf New York. Mein Rücken tut immer noch weh,
aber dafür werde ich so langsam wach. Das einchecken war einfach, und die FIS- Sicherheitskontrolle auch.
Samstag, 17.07.05, 19:00 Amerikanischer Zeit
Inzwischen ist viel passiert und ich habe es nicht eher
geschafft, den Stift in die Hand zu nehmen. Als ich das Flugzeug am Freitag
betreten habe, habe ich erfreulicherweise keinen 150KG-Menschen, keinen
Schnarcher, und auch keine überdurchschnittlich neugierige Oma neben mir sitzen
gehabt. Nein: Nina, 20 Jahre sitzt neben mir, und wohnt quasi ganz um die Ecke von mir:
Sie kommt aus Bünde.
Der Flug vergeht schnell, es gibt 2 Mal etwas zu Essen, wir unterhalten uns über
dies und das und stellen Fest, dass wir in New York beide in dieselbe Ecke zu
unseren Unterkünften müssen. Die Einreise ist hingegen aller Horrormeldungen
zuhause denkbar einfach. Ein Foto wird gemacht, ein Fingerabdruck wird genommen,
keine doofen Fragen, nur eine kurze Zollkontrolle, fertig! Bin ich da schon drin???
Wir machen uns nun weiter auf den Weg. Da Nina schon letztes Jahr einmal hier
war und sich auskennt geht alles ruck, zuck. 5 Dollar für den „Airtrain“ vom
Flughafen zur U-Bahnstation, 2 Dollar für die U-Bahn selbst. Das English hier ist
grauenvoll und hat nichts mit dem Schulenglisch zu tun was mir in Deutschland
beigebracht wurde. Zum verzweifeln. Ich verstehe kein Wort, aber Nina regelt das für
mich, die ist das sicher schon gewöhnt. ;-)
Wir verabschieden uns in der U-Bahn. Leider habe ich kein Handy mitgenommen, sonst hätten wir uns noch mal in N.Y. treffen können um etwas zu unternehmen. Ich gebe ihr meine Homepageadresse und sie gibt mir ihre Handynummer um sie eventuell über eine Telefonzelle zu erreichen, was allerdings nicht klappen sollte, wie sich später herausstellte (Ich stelle mich ziemlich dumm an mit den Dingern). Die letzten Meter geht es nun allein weiter. Dann eile ich raus aus der U-Bahnstation und lande direkt vorm Centralpark. Das Hostel ist schnell gefunden! Ich checke ein, dusche, und schon geht es noch einmal ab in die Stadt: Zu Fuß! Ich unterschätze die Entfernungen. Ich durchquere den Centralpark der echt riesig ist. In ihm jede Menge Jogger, Radfahrer, Inlineskater und Spaziergänger, die sich von einem anstrengenden Arbeitsalthag erholen. Die Nacht bricht herein.

Im Zentral-Park New York
Ich verirre mich im Centralpark, und lande später auf der 5th Avenue. Angetrieben vom Hunger mache ich mich af die Suche nach etwas Essbarem. Laufe vorbei am Guggenheim Museum, vielen Hotels, biege planlos in Seitenstrassen ab und merke das man hier ohne U-Bahn und vernünftige Karte gar nicht weiter kommt. Schließlich finde ich belebte Strassen, kaufe in einem dreckigen Fastfoodladen einen Hamburger für 5 Dollar, gehe in einen Supermarkt und irre schließlich zurück durch den Centralpark in die Herberge. Ich habe ein bisschen Angst, da die Reiseführer davor warnen ihn Nachts allein zu betreten. Ein paar Frauen kommen mit mir schnellen Schritten und einem Handy am Ohr entgegen! Wirklich alle sind am telefonieren! Ich glaube das machen sie nur um sich sicherer zu fühlen, oder sie geben nur vor zu telefonieren um einen Überfall zu vermeiden. Wieder angekommen in der Herberge schlafe ich sofort ein.
Am nächsten morgen, Samstag den 16.07 geht es schon um 8:00 Uhr raus aus dem Bett. Aufstehen, fertig machen, raus zur U-Bahn, Tagesticket für 7 Dollar kaufen. Bereits um 9 Uhr bin ich am „Ground Zero“. An den Absperrzäunen hängen die Namen der Toten, ein paar Fotos und Blumen. Ich gehe weiter Richtung Hafen. Irgendwie bin ich ein bisschen enttäuscht. Es sind kaum Menschen unterwegs, ich blicke in dreckige dunkle Seitenstrassen. Das ist doch nicht New York?! Ich irre weiter durch die Strassen und komme schließlich am Hafen an. Er beeindruckt mit schön angelegten Parks und vielen Joggern, aber irgendwie fühle ich mich noch immer nicht so ganz in New York.

Freiheitsstatur - Leider war das Wetter nicht so toll.
Ich gehe weiter am Hafen spazieren, dorthin wo die Fähren zur Freiheitsstatur fahren. Ich sehe eine wirklich endlose Schlange. Alles voller Menschen, und ich frage mich wofür die alle anstehen. Typisch Amis denkt man sich da. Nach ein paar Minuten weis ich es besser: Alle wollen zur Miss Liberty, und eine halbe Stunde später, nachdem ich das Ticket gekauft habe, steh ich auch mitten drin ;)!

Skyline Manhattans mit vielen Wolken
Der stolze Preis: 17,90 Dollar. In meinem tollen Reiseführer steht 50 Cent! Ich sehe die Preise haben nach dem 11. September wieder deutlich angezogen…Nun geht’s erstmal zur Freiheitsstatur und danach zu „Elis Island“, wo Millionen Einwanderer nach N.Y. oder besser gesagt nach Amerika kamen.

Einwandererhalle auf Ellis Iland
Ich wanderte danach etwas durch den Batterypark in NY: Schwarze verkaufen Uhren und DVDs, Musiker singen oder versuchen es zumindest! Trompeter, Trommler, Hüttchenspieler; alle versuchen dem Touri den ein oder anderen Dollar abzuluchsen. Vorbei an Denkmälern vom 11/9 und dem 1. Weltkrieg, ab zur Wallstreet, die ich mir irgendwie mächtiger vorgestellt hatte.

Wallstreet in NY
Nun steige ich in die U-Bahn ab zum Times Square. Als ich aus der U-Bahn heraus komme beginne ich zu staunen: Ja, das ist New York. Das ist es was ich und die meisten mit der Stadt der Städte verbinden. Time Square und Broadway. Ein Lichtermeer mit Reizüberflutung gratis. Taximeere, Menschenmassen. Hier sind die 100.000 Cola-, Hotdog- und Burgerverkäufer auf die ich gefasst war, als ich heute morgen in die Stadt gefahren bin! Ich war wahrscheinlich einfach zu früh. Viele Interessante Sachen gibt es hier, mit leider extrem teuren Preisen. Madam Tussauds Wachsfigurenkabinett verlangt zum Beispiel 25 Dollar! Ich habe ein Reisebudget von 31 Dollar am Tag inklusive Herberge! Allein diese kostet in New York aber schon 34! Also nix mit Wachsfiguren!

Das ist New York! Am Broadway

Das ist New York! Am Times Square
Nachdem ich die Eindrücke auf mich wirken lassen habe ging’s ab nach Chinatown. Beeindruckend!. Hier gibt es alles aus China, für Chinesen und neugierige Touristen! Chinatown ist hier wirklich eine "Town"! Nicht nur eine Strasse, oder zwei oder drei, wie man das vielleicht aus London oder anderen Städten kennt. Laut einem Zeitungsbericht den ich während meines Aufenthalts lass, leben auch viele Tausend illegale Einwanderer hier als Leibeigene, die ihre Überfahrt aus China abarbeiten müssen. Dabei arbeiten diese Schneiderein und andere Handwerkszweige inzwischen so billig, dass einige amerikanische Firmen ihre Aufträge gar nicht mehr nach China geben sondern ihre Waren sogar billiger in Chinatown produzieren lassen können! Das ist Krass. Überall auf der Strasse sieht man Hütchenspieler die versuchen die Leute abzuzocken. ;)

Chinatown New York
Danach geht’s weiter zur Penn-Station, wo Amtrak, die Amerikanische Staatsbahn, untergebracht ist. Hier kaufe ich mein nächstes Ticket, mit dem ich am Montag um 10 Uhr nach Washington D.C fahren werde. Ich laufe am Empire State Building vorbei und beschließe, dass ich es morgen, also Sonntag, noch besteigen will. :)
Sonntag bin ich erst um 12 Uhr Mittags aufgewacht. Als ich mich für die Stadt fertig gemacht hatte und im Erdgeschoss ankam hatte ich das Gefühl, dass der Boden unter mir wankte. Mir war schwindelig. Egal!, ich eilte los zum Empire State Building. Das Wetter war heute noch schlechter als Gestern, und das Empire State Building lag in dichtem Nebel. Ich entschloss mich also nicht rauf zu gehen. Ich versuchte zu telefonieren, aber das ist nicht so einfach.
Ich fuhr als nächstes erneut zum Broadway, habe Geld geholt und bin ins Internetcafe gegangen. Dort wurde ich im ICQ von einer Nachrichtenflut überrollt. „Haben sie dich nicht rein gelassen?“, „Du schon wieder da?“ , und ähnliche Nachrichten kamen mir entgegen. Ich habe jedoch nur kurz meinem Bruder geschrieben. Danach war mir sehr schwindelig. Ich flüchtete in den Centralpark, hatte Kopfschmerzen und Schwindel. Nach einem Spaziergang ging’s mir schon besser! Ich kaufte eine Telefonkarte, ließ mir das System erklären, und rief dann endlich mal Zuhause an. Danach fuhr ich zurück zur Jugendherberge, denn ich war auch sehr müde. Inzwischen regnete es draußen in Strömen. Ich will lieber heute Nacht noch einmal raus. Habe grade einen Zimmermitbewohner kennen gelernt. Wollen nachher noch gemeinsam los. Bilder von der Skyline bei Nacht machen.

Brooklyn Bridge in New York
19.07.05, 20:30: Inzwischen ist schon wieder so viel passiert. Gestern morgen ging es um 11:35 nach Washington D.C. Mein Zug hatte Verspätung. Dann Terroralarm auf der Penn Station. Ein zurückgelassener Koffer sorgt für Verunsicherung. 5 Minuten später ist der Besitzer, ein Teenager, zusammen mit seiner Mutter am „Fundort“. Das gibt Ärger!!! Die Polizei ist sauer, die Mutter fängt an zu schreien. Irgendwann kommt mein Zug, begleitet von einem Heer von Polizisten. Was auch immer die im Ernstfall verhindern wollen?!?!? Ich schlafe im Zug.
Stunden später bin ich dann in Washington. Dort lasse ich mir an einem Infoterminal die Adresse von einer Jugendherberge geben. Ich soll zwar vorher anrufen, aber entscheide mich einfach direkt hinzulaufen. Vorbei an Schuhputzern, raus auf die Strasse. An der Ampel spricht mich ein Jogger an: „Wenn du die Jugendherberge suchst, immer grade aus, dann links, dann wieder rechts, und dann bis zum Ende der Strasse“. Sehr Freundlich! Nette und hilfsbereite Leute hier. Ich irre durch die Strassen und ernte eine Menge bemitleidender und ermunternder Blicke. Es ist Heiß!

Das Weiße Haus
Dann begegnete ich einer Frau, so wie ich mir eine Amerikanerin immer vorgestellt habe. In jedem Satz mindestens einmal alle diese Wörter: „Really? Oh my God, unbelivebel, fantastic“ usw. ( Ich habe später herausgefunden das diese Leute meistens aus Kalifornien stammen) Nach einer Stunde laufen ist die Herberge mit Hilfe der Frau, die auch in der Herberge untergebracht ist gefunden. Aber die Herberge ist voll! Ich bekomme die Adresse eines Internationalen Studenten Centers. Man rät mir wieder dazu vorher anzurufen. Da aber alle sehr voll sein sollen, Hotels aber erst ab 90 Dollar anfangen, laufe ich hin, in der Hoffnung nicht abgewiesen zu werden. Die Unterkunft liegt in der 18th Strasse! Die ist riesig! Ich glaube die längste in Washington! ;) Erst laufe ich dank der Auskunft eines Bretzelverkäufers in die falsche Richtung, laufe dann an der inzwischen geschlossenen Bretzelbude vorbei zurück. Ich frage einen Polizisten der ein Parkhaus bewacht um Rat. „You have a loooooong way to walk Mr!“ Er hört sich so an als würde er denken “Das schafft der nie, mit dem Rucksack”. Dann wird mir das ganze Ausmaß der Katastrophe bewusst: Ich sehe Hausnummer 200, mein Ziel 2451!! Nach 2 Stunden (!!) bin ich da, völlig erschöpft! Ich klingle: „Full“ brummt es aus der knisternden Sprechanlage. Ich frage nach einer Telefonnummer für ein anderes Hostel. Kurz darauf bekomme ich eine Telefonnummer genannt. „Sorry, ich habe keinen Stift, können sie mich reinlassen und mir einen borgen?“, antworte ich. Dieser Satz war meine Rettung! Als sie mich sah, und ich muss wohl einen extrem fertigen Eindruck gemacht haben, meinte sie „setz erstmal den Rucksack ab.“ Sie musterte mich noch einmal. „Wenn du willst frage ich den Besitzer ob du auf der Couch schlafen darfst! Yuoohouuuuuuuu! Der Besitzer lässt auf sich warten, und ich warte. „You are ok?“ Alles Klar? Fragt sie mich noch mal.

Noch mal das Weiße Haus
Wieder 30 Minuten später: Ich kann hier pennen! Freude! Abends habe ich viel mit einem Typen aus Dresden, 62 Jahre alt, gequatscht! Ein ausländerfeindlicher Laberkopf der mich ankotzt, weil solche Menschen lieber zuhause bleiben sollten, statt sich im Ausland ständig über Ausländer, Türken, "Japsen" und andere Nationen auszulassen. Aber ich bewundere ihn in einer Sache: Er quatscht wirklich jeden an. Ein paar andere sprechen auch ein bisschen Deutsch. Ein Engländer ist auch da, den der Dresdener immer mit „Beruf: Papa's Sohn“ aufzieht! Schon seit vielen Jahren reist er um die Welt, gearbeitet hat er wohl nie. Immer auf dem Sprung ins nächste Abenteuer, ins nächste Land, die nächste Stadt! Er wollte uns nicht verraten wie er das finanziert.

Das Kapitol
Heute morgen bin ich dann früh raus. Habe versucht, mir möglichst viel anzuschauen und möglichst viel zu schaffen, denn ich will morgen schon wieder weiter in den Süden. Ab geht’s: Washington Monument, Kapitol, Weißes Haus, World War Monument, National Museum of Art, National Museum of History und Das Denkmal der Kriegsveteranen steht auf dem Programm.
Am meisten zum Nachdenken brachte mich das World War Monument, die Kriegsveteranen und das Lincoln Monument. „Americans came to liberare, not to conquare, to restore freedom and to end tyrany." steht dort in Marmor eingemeißelt.

Das Worldwar-Monument
Was aber wenn einigen Ländern die Freiheit aufgezwungen wird? Was ist mit vielen 1000 unschuldigen Toten? Nationalstolz bis zum Überdruss. Amerikaner mit T-Shirts wie „The Price for Freedom“ (Darunter ein Bild mit toten Soldaten) , Broschen und Aufnäher mit Sätzen wie „we kill for freedom“. Sticker die an den Vietnamkrieg und andere Kriege erinnern und sie meiner Meinung nach verherrlichen. Vietnamveteranen in Uniform, dann das Veteranendenkmal wo zigtausende Namen der Gefallenen, eingemeißelt in Marmor, geschrieben stehen. Eine Unendlich lange Wand, voll mit Namen! Wahnsinn! Ordner voll mit Namen von Toten, in denen man nach gefallenen Verwandten oder Angehörigen suchen kann. Muss das sein????

Namen unzähliger Toter Soldaten. Eingemeißelt in Marmor.
Ich begegnete am Abend noch einem Busfahrer, einem Schwarzen, dem ich echt unglaublich dankbar bin. Ich nahm die falsche Buslinie und er nahm sich nach dem er die Linie zu Ende gefahren hatte Zeit, stoppte den Bus, suchte mit mir in der Karte nach der richtigen Busstation und fragte alle Einsteigenden ob sie deutsch sprechen würden, um im Zweifelsfall eine bessere Übersetzung abzuliefern, da er mich nicht verstand. Zum Schluss musste ich noch nicht einmal was bezahlen! Echt unglaublich nette Leute hier!
Aber auch überall gibt es ein paar Dummköpfe! Ich sah ein paar Amerikaner die einen Penner im Park der auf dem Boden lag fotografierten! Was für eine Attraktion! Ein echter Penner! Wahrscheinlich waren deren Worte so was wie „Oh guckt doch mal wie der versucht sich die Bank hochzuziehen weil er so schwach ist! Komm, schalt die Videokamera noch mal ein! Hast du das? Cool“ Da bekommt man das Kotzen!

Lincoln-Monument
Abends gab es dann eine Fernsehansprache von
Bush persönlich! Alle lauschten! Er benannte ein neues Senatsmitglied. Den Tag über
ernährte ich mich von McDonalds, weil das hier immer noch die billigste Alternative
war!
Ich lernte dann noch ein recht süßes Mädel kennen, welche als Praktikantin im Hostel
arbeitet! Sie ist deutsche, und lebt schon seit 4 Jahren in Amerika weil ihr
Vater hier einen Job bekommen hat! Coole Sache!

Dieser Zeitungsbericht war mir ein Bild Wert! Gevotet
wurde für den hässlichsten Hund Amerikas! Glückwunsch! Der hat es sich verdient!
20.07.05, 15 Uhr! Gestern habe ich den Tag in der Jugendherberge ausklingen lasen! Ich habe wieder mit dem Kerl aus Dresden gequatscht. Dabei war diesmal auch ein Östereicher. Auch wenn mich der Dresdener mit seinen Äußerungen über Schwarze und Japsen echt nervt, war das Gespräch teilweise in sofern recht interessant, da er schon seit 8 Wochen durch die USA tourt und somit schon einiges gesehen hat. Wir unterhielten uns dann noch über die unglaubliche Energieverschwendung und die Kriege der Amis.
Habe Heute Morgen beim zusammenpacken des Rucksacks gemerkt das mein Fotokamera-Chip noch im Fotogeschäft ist! Hatte ihn dort vergessen als ich die Bilder auf CD brennen lies! Zum Glück war er noch da! Dann noch mal zum Weißen Haus, Fotos machen!
Gegenüber vom weißen Hau steht eine Mahnwache für den Frieden, die schon am ersten Tag mein Interesse weckte. Heute hatte ich aber mehr Zeit dafür. Ich kam mit Conchita ins Gespräch! Als ich ihr sagte dass ich Deutscher bin sagte sie nur „Frieden“ und hab mir einen deutschen Zeitungsartikel der über sie geschrieben wurde. Sie ist froh das die deutschen Bush nicht unterstützen und hier kann ich ohne das es sich doof anhört sagen „ Ich bin stolz ein Deutscher zu sein“. Seit 14 Jahren lebt sie hier, ohne festes Dach über den Kopf, bei 40 Grad im Sommer genauso wie bei -20 Grad im Winter. Seit 14 Jahren hat sie nicht mehr geschlafen, da sie die Polizei bedrängt und ein Gesetz erlassen wurde, dass niemand im Umkreis von einem Kilometer ums Weiße Haus schlafen darf! Nur um sie zu vertrieben!

Ich und Conchita vor ihrer Mahnwache in
Washington D.C.
Sie ist alt und ausgemergelt, hat kaum noch Zähne, aber sie strahlt etwas ganz besonderes aus. Die Zuversicht das eines Tages ihr Wunsch in Erfüllung geht: Weltfrieden! Diese Frau opfert ihr Leben für den Frieden. Um andere auf sich und das Problem aufmerksam zu machen. Um die Amerikaner und den Rest der Welt wachzurütteln. Ich bewundere Sie. Man sieht um ihr Zelt aufgebaut Bilder von toten und durch Atombomben verstellte Babys, verblutete Soldaten, und Schilder wie „Bush, der wahre Terrorist“. Als plötzlich ein Kamerateam auftaucht interessiert sie das wenig. Sie spricht mit mir, und da kann das Kamerateam warten. Sie nimmt sich für jeden Zeit der Interesse an ihrem Tun zeigt.
Nachdem ich eine halbe Stunde im Park saß ging ich zu ihr zurück, gab ihr 2 Dollar, ( was ich im nachhinein für viel zu wenig halte, wenn man bedenkt für welchen Blödsinn man alles Geld ausgibt), wir machten ein Foto, und ich sagte ihr, dass sie einen großartigen Job macht. Noch ein Wort zum Abschied von ihr: „Frieden“.
Ich musste noch oft an diesem Tag an diese Frau, die kriegsgeilheit einiger Amerikaner, und den krassen Gegensatz zwischen Arm und Reich denken. Während auf der einen Seite im Park ein Penner vor den Augen aller fast verreckt, stehen auf der anderen Seite 16 Polizeiautos, FBI, Krankenwagen & Co, um einen hohen Politiker aus einem Hotel abzuholen. Unter dem Beifall aller fahren die Limos aus der Tiefgarage, gefolgt von dem Polizeikonvoi. Strassen werden gesperrt. Ob diese Menschen auf dem Rücksitz der Limousine überhaupt noch einen Sinn für die Realität und das was auf der Strasse tatsächlich passiert haben? Manchmal kotzt einen Amerika ganz schön an!
17 Uhr, Union Station (Amtrak Bahnhof): Auf dem Weg hierher wurde ich von einem Ranger der vor der Kanadischen Botschaft Wache steht angesprochen: „Where are you from“? Es folgt eine kurze Unterhaltung und er wünscht mir eine gute Reise! „Have a nice walk“ tönt es 2 Minuten später von einem Amerikaner auf der anderen Straßenseite. Das ist es, was ich an Amerika liebe! Diese Offenheit jedem gegenüber. Noch 2 Stunden warten, dann kommt mein Zug nach Charleston, South Carolina.
Ein Penner setzt sich neben mich, fragt ob ich Schreiber bin weil ich grade in meinem Tagebuch schreibe. Wir unterhalten uns, er erzählt mir das er auf der Strasse lebt, 3 Jahre in England war, und das er in einer Woche wieder Arbeit hat! Ich will ihm ein trockenes Brötchen geben aber er lehnt ab! Nach einer weile bittet er um einen Doller. Da er nicht aufdringlich ist und nicht wirklich bettelt, gebe ich ihm ein bisschen Wechselgeld. Er bedankt sich 100 mal, lernt von mir Wörter wie Frau, Mann, Danke und Euro und verschwindet wieder.
22.07.05, 17 Uhr. Ich bin in Charleston. Als der Amtrak-Zug gestern morgen mit 3 Stunden Verspätung ankam stand ich mitten in der Pampa. Die Taxis lehnte ich alle ab, in der Zuversicht nach verlassen des Bahnhofsgeländes Charleston Downtown vor mir zu haben. Aber Nein! Ein paar Fabrikhallen, Trucker die Waren umluden. Ich suchte nach einer Hauptsrasse. Einer der Taxifahrer gab mir noch den Tipp: „Immer der Strasse nach, da ist eine Busstation“. Leider hat er nicht gesagt welcher Strasse nach. Ich irrte ein wenig umher. Dachte wieder daran zu Fuß zu laufen. Ich fragte bei einem Hotel nach. „Das ist zu weit zum laufen“. Ich torkelte wieder auf die Strasse, es war erst 9 Uhr, aber die Sonne brannte. Da war ein Schild „Busstop Here“. Nicht was für ein Bus, welche Linie, wohin der fährt, nein! Einfach nur „Busstop Here“. Ist das die „Busstation“ die der Taxifahrer meinte? Ich stand in der knallenden Sonne, kein Bus kam! 2 fuhren vorbei, wohl Schulbusse. Würde hier am Arsch der Welt je ein Schulbus halten? Irgendwann kam einer, ohne nach der Linie oder dem Ziel zu fragen stieg ich ein und landete mit mehr Glück als Verstand direkt vor einem Visitor Center in Downtown. Ich war der einzige Weise im Bus! Im Center bekam ich die Adresse von einem Hostel, beim suchen und nach dem Weg fragen hörte ich den schönen Satz „You are Welcome“ (Den man hier wie ich später merkte jede 2 Meter zu hören bekommt), und schon um halb 10 bin ich am Hostel.

Dicker Schlitten, fette Felgen, so muss das sein!
Einer alten etwas heruntergekommenen Villa, mit einem Schaukelstuhl vor der Tür. Charleston ist eine alte Villenstadt die damals mit dem Schweiß und dem Blut der Sklaven bezahlt wurde die hier teilweise prächtige Villen zusammengezimmert haben. Bis 10 muss ich warten, dann ist check in. Dann später ging’s ab in die Stadt! Heute morgen musste ich raus aus dem Hostel, da es ausgebucht war, und habe mein Zelt hinterm Haus aufgebaut. Das sorgte bei vielen für Gelaechter und ich hörte so Sätze wie "Welcher ****** stellt den da ein Zelt hin? Was ist das den? Na ja, der verrückte Deutsche. Ich fand das da noch recht lustig!
Ich habe einen anderen deutschen, Chris, getroffen der hier im World Trade Center Praktikum macht. Da die Strände zu Fuß unerreichbar weit sind verspricht er mir mich später mich mit dem Auto mitzunehmen. Meine Herberge liegt etwas abseits, in einem „Schwarzenviertel“! Die Häuser sind runter gekommen. Ich laufe vorbei an einem Auto an dem die Polizei grade eine Anzeige aufnimmt. Scheibe eingeschlagen.
Nachts im Zelt krabbelte es dann auf einmal überall! Kakerlakenalarm! Aus dem Rucksack über den Schlafsack. Nachdem ich 20 Minuten mit den Viechern kämpfte, kapitulierte ich und überließ ihnen fluchtartig das Zelt! Eine üble Nacht!
13.07.05 9 Uhr. So, in zwischen is schon wieder sooo viel passiert! Erstmal ein Freudenschrei: „Juhuuu, ich lebe!“ (mehr dazu später). Gestern war ich mit Chris und seiner schicken Lincoln am Strand gewesen. Über den Highway gedüst, Riesen-Schlitten gesehen. Hier kommt das Amerikanische Lebensgefühl auf. Der Strand ist echt cool! So weit das Auge reicht! Große Wellen, sauberes Wasser!

Abends war ich wieder in der Stadt, diesmal zusammen mit Chris! Da er 20 ist kommen wir nirgends rein! Das ist echt Hart! Heute Morgen bin ich mit ihm zur Amtrakstation gefahren. Ich hatte ihn darum gebeten um mein Ticket für den Folgetag zu kaufen. Will nach Miami! Leider ist erst ein Weg für übermorgen, 4:28 in der Frühe frei. Also muss ich hier noch einen Tag abgammeln. Auf dem Rückweg nähern wir uns mit vollem Speed einer roten Ampel. Der Lincoln rast auf die Kreuzung zu. Als netter Beifahrer möchte ich ihn nicht ermahnen und sagen „rot, brems ab“. So was nervt. Doch dann wird mir klar: Er sieht die rote Ampel nicht! Ich bekomme nur noch ein leises „Es ist rot“ raus, da quietschen auch schon die Reifen eines Taxis dem wir den Weg abgeschnitten haben, Chris reist den Lincoln nach rechts, das Taxi zieht wie ich im Rückspiegel sehen konnte nach Links in eine Seitenstrasse. Das war Knapp! War das Glück, Schicksal? Oder verdanke ich mein Leben ab jetzt einem Aufmerksamen Taxifahrer aus Charleston? Zurück im Hostel konnte ich endlich wieder ein Zimmer beziehen.
Dann habe ich mir ein Fahrrad ausgeliehen. Wollte wieder zum Strand!! Ich bin über gigantische Brücken auf eine Insel gefahren. Dann ging es weiter, etliche Meilen, der Schweiß tropft, die Sonne knallt. 2 Stunden später war ich am Strand. Später abends fuhr ich dann noch mal durchs Villenviertel in Charleston. Der Ort ist echt schön. Wenn die Amis wüssten was „öffentliche Verkehrsmittel“ sind, und es Busse zu den Meilen entfernten Stränden geben würde, wäre die Stadt ein Traum.

Mit dem gemieteten Fahrrad ab zum Strand...
Chris fuhr mich am nächsten Abend dann noch zur Busstation, von wo ich zum Bahnhof fuhr. Wir trafen einen Mann, mit dem wir uns dann noch eine halbe Stunde über Gott unterhielten! Recht interessant! In Deutschland wäre es sehr unwahrscheinlich das dich einfach jemand anspricht: „Und, was denkst du über Gott“
27.07.05, 22:00: Welcom to Miami! So da bin ich nun! Und hab es mit der Unterkunft diesmal ganz gut getroffen. Ich bin im ClayHotel, im berühmt berüchtigten „Art Deco District“. Berühmt berüchtigt deshalb weil genau in diesem Viertel, und an und in der Hotellocation die Kultserie „Venice Miami“ gedreht wurde.

Meine Unterkunft in Miami Beach - Die Jugendherberge war
untergebracht im Clayhotel
Endlich mal wie man sich das wünscht. Nur 2 Blocks bis zum Strand, dem Southbeach, ein Supermarkt auf der Straßenseite gegenüber, und ein türkisblaues Wasser. Nur eindeutig zu Heiß! Über 100 Grad Fahrenheit, und man hält es eigentlich nur im Wasser aus, was auch schon ziemlich warm ist. Das Zimmer ist international belegt. Da wäre der Japaner mit dem ich zusammen angekommen bin und einen Chillihotdog gegessen habe, der Franzose mit dem krassen Dialekt, der Däne, der Typ aus Mexiko, und ein älterer Mann aus Venezuela. Über Einsamkeit kann man sich hier wirklich nicht beklagen. Man kann sich kaum vor Fragen wie „Was machst du heute Nacht“, „Wollen wir was zusammen Essen gehen“ retten. Schon fast zuviel des guten für mich. Heute war ich in dem Everglades Nationalpark. War aber voll die Touritour! Nachdem wir eine Stunde Boot quer durch die Everglades gefahren waren gab’s eine Aligatorschow mit Aligatorkampf!

Im Everglades Nationalpark
In Deutschland wäre so was sicher zurecht verboten. Die Amis finden das alle geil! Keiner sagt etwas, das den kleinen Krokodilen der Schnabel mit Isolierband zugeklebt wird damit sie nicht beißen während sie wie Spielzeug durchs Publikum gereicht werden, und sie den ganzen Tag in kleinen lichtleeren Boxen ausharren müssen. Der „Parkranger“ fühlt sich ganz toll dabei Oberhand über das angeblich sooo gefährliche Muttertier zu bekommen in dem er sich auf es schmeißst. Dabei ist es doch eh total auf Show trainiert. Ich frage mich auch ob die Megalauten Boote die durch die Everglades jagen nicht auch das letzte Krokodil verscheuchen und ob das was ich heute gesehen habe der „Echte Everglades Nationalpark“ war. Wahrscheinlich braucht man dafür auch ein Auto, und mehr Zeit. ( Für interessierte: Später erfuhr ich das es sogar eine Jugendherberge in den Everglades gibt, und wahrscheinlich eine Busverbindung via „Greyhound“)

Man achte auf das Krokodil unten in der Mitte!
Die wärme macht mir auch sehr zu schaffen. Habe heute Nachmittag mit Kopfschmerzen im Bett gelegen. Morgen geht’s noch mal ab an den Strand! Übermorgen will ich nach Key West. Hier wird man schon braun wenn man die Sonne nur anschaut. Viele Mädels sind hier echt heiß. Keine Spur von dernüberfutterten McDonalds-Generation. Leider niemand aus Deutschland hier. Nur ab und zu hört man mal ein Pärchen oder 2 Deutsche reden. Aber das sind dann meist alles reiche Leute aus den teuren Hotels. Ich würde ja gerne das ein oder andere Mädel anquatschen aber mein English ist zu schlecht. Wahrscheinlich schiebe ich das aber nur als Grund vor weil ich eigentlich zu schüchtern bin sie anzuquatschen ;-)

In Miami Beach
Die meisten sprechen hier auch Spanisch! Der Mexikaner hat
mir erzählt, dass hier, im Süden, wohl sogar 60% der Einwohner spanisch reden,
weil es ehemalige spanische oder mexikanische Einwanderer sind. Viele haben auch
einen krassen englischen Akzent. Ich hatte vor dem Urlaub keine Ahnung wie
Multikulturell die USA wirklich ist. Aber sie zaubert die hübschesten und
interessantesten Gesichter die man sich denken kann. Hier mischen sich die
Nationen bunt durcheinander.
Eine Anmerkung noch: So heiße und hübsche Mädels wie hier im HotDog-Laden
arbeiten findet man bei uns dort sicher nie!!! Sie fragen mich mal wieder ob ich
aus Europa komme. Sie erzählen mir das hören sie an meinem Dialekt! Einige die
ein geschultes Ohr haben hören sogar raus das ich Deutscher bin.
Das Bussystem hier ist mal wieder Grauenvoll, genau wie glaube ich noch nie ein Zug der Amerikanischen Staatsbahn je pünktlich gekommen ist. Mein Minimum an Verspätungen waren 2 Stunden, mein Maximum 3. Wozu rechnen die die angebliche Abfahrzeit überhaupt bis auf die Minute genau aus??? Der Bus von dem Bahnhof zum Hotel bei der Ankunft kam gar nicht! Nach 3 Stunden (!!!) warten bot uns ein Taxifahrer an uns zu fahren. Wir handelten auf 5 Dollar die Person runter und fuhren! Wahrscheinlich betreibt der Taxifahrer Absprachen mit dem Busfahrer ;) ;)
Es ist mal wieder an der Zeit sich über die Verschwendung der Amis aufzuregen! Klimaanlagen laufen den ganzen Tag ununterbrochen und kühlen Autos, Bahnen und Häuser auf 18 Grad runter, Autos und Trucks die 30 Liter schlucken und die den ganzen Tag laufen, nur damit die Fahrer, sollten sie einsteigen, einen Runtergekühlten Raum vor sich finden! Aber warum auch nicht, der Liter Sprit kostet ja umgerechnet nur 50 Cent!

In Miami Beach
Öffentliche Straßenlampen die den ganzen Tag brennen! Wozu haben die hier bitte die Sommerzeit eingeführt???? Das Leitungswasser wird benutzt um die Strasse zu säubern. Das kann einen wirklich wütend machen wenn man sieht wie wir in Europa sparen und wie die hier quasen!
Bevor ich in die USA ging dachte ich immer „High Tech Land USA". Jeder der Aber mal hier war weis eigentlich wie gut wir es in Deutschland haben. Da regt man sich auf wenn ein ICE 3 Minuten zu spät kommt. Das wäre ein Traum für Amerika. „Wegen Problemen in den Überlandleitungen haben alle Züge Verspätungen“

In Miami Beach
Ich fühle mich ein bisschen allein. Ich könnte zwar was mit den Jungs aus dem Zimmer machen, hätte aber lieber ne Freundin bei mir, mit der ich den Strand, die warme Sommernacht, die Musik aus den Kaffees, das rauschen des Meeres und die Atmosphäre genießen kann.

In Miami Beach
Ich merke das die Menschen in New York und Washington D.C. irgendwie offener sind. Kein Plan warum. Hier ist irgendwie jeder für sich. Vielleicht sind auch die Terroranschläge schuld das dort jeder mehr auf jeden achtet! Dort wird die Terrorangst auch mehr geschürt! Überall Schilder mit „See something? Say something?“, Lautsprecherdurchsagen und übermäßig viel Polizei! Hier im Süden ist gar nichts. Sobald man in der U-Bahn in NY auch nur seine Geldbörse auch nur 2 cm zu weit neben sich legt kommt von allen Seiten: „Ist das Deine? Steck die mal ein, nicht das du die vergisst!“ Man achtet deutlich mehr auf die anderen.
31.07.05: Ich bin dort! Nachdem ich einen Tag länger in Miami Beach blieb als geplant und noch mit den Busfahrern um den besten Preis nach Key West und zurück schacherte bin ich nun auf der Inselgruppe die die Amerikaner das Paradies nennen: In Key West!

Palmen am Strand von Key West
65 Dollar, das ist mein Preis! Am letzten Abend in Miami war ich noch mit Samuel, dem Franzosen, unterwegs. Wir waren in einem „Nachtclub“ aber der Laden hatte „no ambiente“ wie der Franzose so schön sagte! Nach 3 Minuten standen wir wieder draußen. Wir landeten schließlich in einer Cocktailbar in der ich einen Cocktail, einen Sex on the Beach, für 8 Dollar bestellte. Das ganze kam aus einer Cocktailmachine und war nicht wirklich lecker. Aber haut rein! Ich vertrage kein Alkohol bzw. bin keinen gewöhnt. Bin nach dem einen Cocktail ziemlich angetrunken, der Franzose auch. Besoffen torkeln wir zurück ins Hostel.
Nun bin ich hier! Auf dem Weg vorbei an langen Sandstränden über die Keys (Name der Inselkette in Florida) die sie aus Korallenriffen gebildet haben vorbei an unbewohnten Inseln und türkisblauem Wasser. Okay, ich bin überzeugt! Das ist das Paradies!

Kleine Insel auf dem Weg nach Key West. Im Hintergrund der
Highway.
Nur das man einen Highway über 140 Meilen
über die Inselkette vom Festland bis nach Key West gebaut hat bleibt zu
beanstanden. Doch die meisten die hier her kommen haben mächtig Kohle, haben
ihre Jacht dabei, und schippern zu den entfernten Inseln.

Ein neugieriges Eichhörnchen

Da bin ich, südlichster Punkt der USA!
Nachmittags dann die erschreckende Frage: Wo ist der Strand? Ich war an einem
kleinen Hundestrand, der nächste war Bakterienverseucht! Zumindest standen
Schilder das das Baden deswegen nicht zu empfehlen ist. Dann fand ich einen sehr
schönen! Aber das Wasser war sooo heiß! Was ist hier mit den Bakterien? Kein
Schild? Ich blieb skeptisch.

Noch mal Palmen am Key West Strand
Dann eine Begegnung mit einem Schwulen! Er bietet mir Alkohol oder etwas zu rauchen an, alles was ich möchte. Er lädt mich ein zu sich nach Hause! Er erzählt mir dass er Designer ist, Künstler, und das er Hosen und Sportswear herstellt. Ich soll sein Modell werden. Sogar Geld verspricht er mir! Was ich will! Das ist privat, fügt er noch hinzu. Ich bekomme eine Karte von ihm und er bittet mich ihn später zu besuchen! Zuerst wollte ich mir ja den Spaß machen den Typen mal zu besuchen (jetzt nix falsches denken ;) ), aber der Typ sah mir irgendwie ein bisschen zu schräg aus.

Key West, gezeichnet von rose Taxis und Regenbogenflaggen
Lustigerweise treffe ich später mein International belegtes
Zimmer aus Miami wieder, bzw. die Leute, die hier nach Key West einen
Tagesausflug gemacht haben! Zufälle gibt’s!
Später in der Jugendherberge treffe ich eine Familie aus Deutschland. Sie
erzählen mir von einem Strand für 1,50 Dollar. Und der Vater regt sich tierisch
darüber auf das es mit dem Auto billiger ist an den Strand zu fahren als zu Fuß!
Das ist halt Amerika ;) Hier kostet ja auch Wasser mehr wie Pepsi, warum soll
dann nicht der Fußgänger mehr bezahlen als der Autofahrer ;)

Hafen von Key West
Abends war ich in der City! Die ist wirklich schön! Sehr viele Shops, gemütliche Kneipen, Akrobaten die ihre Shows vorführen, ein Sonnenuntergang, so wie ich das aus Europa liebe, eine kleine knuffige Stadt, alles nah bei einander, eine lockere gemütliche Atmosphäre.
Nur eins gibt mir zu denken: Mehr Regenbogenfahnen als Amerikaflaggen. Und das soll schon echt was heißen! Denn die Amis hängen überall ihre Fahnen raus. Ich werde ein paar mal recht warm von Kerlen in allen Altersklassen angelächelt und gehe weiter. Was ich erst während meines Trips durch die USA gelernt habe: Key West ist das Paradies der Schwulen und Lesben. Es gibt ein Aids Memorial hier, und das coolste ist: Die haben hier rosa Taxis J

Der "world famous" Sonnenuntergang in Key West
Heute habe ich eine Mädchengruppe aus Deutschland am Strand getroffen! Alle in meinem Alter! Eine süßer als die andere! Leider fahren die heute Abend schon wieder ab! Zurück nach Miami, wo sie English lernen. Verdammt! Die meisten bleiben nur 1- 2 Tage hier! Echt doof so allein hier, in den Bars, in der Stadt, an den Stränden.

Hochzeit unter Palmen. Das hat was!
Ich erfahre das der Strand deswegen so schlecht sein soll weil der Hurrikan ihn vor 2 Wochen verwüstet hat. Naja, nun geht’s wieder ab in die Stadt.
3 August 2005: Die Entscheidung hier 5 Tage zu bleiben war
eindeutig falsch. Auch wenn der heutige Abend sehr gut war. Jeden Abend
dieselben Künstler die ihre Shows abspulen, jeden Abend die Menschenmasse die
sich versammelt um den „world famous“ Sonnenuntergang anzusehen.

Key West
Habe heute versucht mein Busunternehmen zu erreichen! Mittlerweile habe ich 3 verschiedene Abfahrtzeiten wann der Bus zurück nach Miami abfahren soll, täglich! Ich war heute da, aber der Bus kam zu keiner der 3 genannten Zeiten! Mysteriös! Habe das Gefühl das das morgen nicht klappt! Wollte dann wenigstens Amtrak erreichen um schon einen Zug von Miami nach Philadelphia zu reservieren. Das ist eine echte Herausforderung! Computerstimme, dort sind nur Reservierungen mit Kreditkarte möglich und das geht nicht weil ich ja einen RAIL PASS habe. Ich rufe bei dem Büro in Miami an, aber die können keine Reservierungen machen. Ich bekomme eine Neue Nummer! Lande wieder bei der Computer stimme! Rufe wieder im Büro in Miami an. Er sagt mir ich soll wieder anrufen und einfach eine NULL drücken! Für einen „Operator“. Also wieder die Computerstimme, dann NULL drücken, Juhuuuu! Es klappt! Das ist ja einfach! Wenn man weis wie! Und nun habe ich die Reservierung!

Key West

So lässt sichs aushalten, Key West
Heute Abend habe ich am
Sonnenuntergangs-Square eine Frau mit ihrem Kind aus Deutschland getroffen. Tat
einfach gut mal wieder zu quatschen. Später in der Herberge traf ich 2 nette
Mädels aus Deutschland! Aus Hamburg! Endlich! Es gibt sie! Hier! Aber leider ein
bisschen spät, wo ich ja Morgen abhaue!
Dann mischen sich die Amis die drum herum sitzen ein! Ihr seit in Amerika, redet
English! Das erinnert mich an ein T-Shirt was man hier überall kaufen kann „Welcome
to Amerika! Now Speak English“. Es kommen immer mehr Amis die mich irgendwie
nerven weil ich froh war endlich mal 2 Mädels zu treffen! Ahhh! Die Mädels
verziehen sich ins Bett und ich gebe ihnen noch meine Adresse. Sie geben mir
Infos über eine Greyhound-Busverbindung nach Miami, und ich denke das ich auf
das andere mysteriöse Busunternehmen verzichte und einen Greyhoundbus nehme.
Habe keine Lust hier noch einen Tag länger zu versauern.

Noch mal Key West
4 August 05: Der Abend gestern war noch recht cool! Die Mädels waren verschwunden, da tauchte ein Transvestit auf! Lange blonde Harre, hübsches Gesicht, eine helle Jungenstimme. Am Morgen dann sah ich ihn mit Glatze vor der Herberge. Aber Niemand störte sein Outfit, oder sein Auftreten. Als der Kerl aus Texas anfing auf seiner Gitarre zu spielen fing er an zu tanzen, jeder quatschte ohne irgendwelche Vorurteile oder irgendeine Distanz mit ihm. In Deutschland hätte ihn jeder schief angeguckt. Peinlich was die anderen denken. Hier nicht. Hier passt der offizielle Leitspruch von Key West wieder „One Human Family“. Zumindest heute Nacht, in dieser Herberge, scheint es zu funktionieren.

Ein dickes Kreuzfahrtschiff zu Besuch
Das Bussystem ist eine echte Katastrophe! Jeder der hier
auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist hat echte Probleme. Ich wollte mit
dem Bus zur Key West Greyhoundstation fahren. Ich warte auf die Grüne Linie! Die
Rote ist schon eine halbe Stunde überfällig so das ich bezweifle das die Grüne
rechtzeitig kommt. Aber steht ja auch auf den Plänen: „Durch Verkehr, Wetter und
andere Events können sich Buße um mehr als 30 Minuten verzögern.“ Aber es ist
Sonnenschein, kein Verkehr, und was den bitte für Events? Dann ist es soweit:
Die Rote Linie kommt und ich habe Hoffnung das auch die grüne irgendwann
auftaucht! Tatsächlich! Mit nur 10 Minuten Verspätung! Das ist neue Bestzeit!!
Rekord! Wahhnsin!
Wärend ich wartete hatte ich wieder Zeit mir die High-Tech-Logistik der Amis
anzusehen. Ca 1,5 Stunden dauert es ein paar Paletten Cola aus einem LKW in den
Laden zu verfrachten. Kein Gabelstapler, keine Europaletten. Nein! Ein Handwagen
mit wackligem Gestell und schwergängigen Rollen und einen kräftigen Kerl der die
Colakisten einzeln umlädt. Arbeitslohn kann hier echt nicht teuer sein! Habe von
2,50 Dollar die Stunde gehört! Der Truck läuft die ganze Zeit über, damit der
arme Kerl später einen schön durchgekühlten Truck hat. Wird echt Zeit das das
Benzin teurer wird!!!
Wenn ich mir einige Sachen hier so ansehe können wir verdammt stolz auf Europa und
Deutschland sein! Die Sicherheits-, Umwelt-, Hygienevorschriften. Da sind wir um
einiges besser. Und wenn ich je über das portugiesische Bussystem gemeckert
habe, ich nehme alles zurück! Das hier topt alles!
Ich muss noch kurz von einem Mann erzählen der mir gestern Abend aufgefallen ist nachdem ich den Sonnenuntergang angeschaut habe! Er stellt sich hin, schreit in die Menge und preist Jesus Christ, stellt den Urknall in Frage und predigt. Und die Leute bleiben stehen, und nicht wenige, hören gespannt zu. In Deutschland undenkbar. Aber in Amerika spielt die Kirche noch eine viel viel wichtigere Rolle. Hier in Amerika kann es dir passieren das dich einfach jemand anquatscht: „Was denkst du über Gott?“ Eigentlich auch ein ganz interessantes Gebiet über das man sich lange und viel unterhalten kann.
Gestern lernte ich im Zimmer das erste Mal jemanden kennen der so drauf war wie sich der „Durchschnittsdeutsche“ bei uns immer den „unterbelichteten Durschschnittsamerikaner“ vorstellt. „Wie ihr habt den Euro?“ „Habt ihr einen Präsidenten“? „Welche Länder sind um Deutschland?“ „Die Berliner Mauer, war das nicht das mit Hitler“? Auf der anderen Seite: Wissen wir als nicht besonders Amerika-Interessierte in welchem Bundesstaat wer Gouverneur ist? Ich schenkte ihm ein paar kleine Euromünzen und erfuhr von ihm das viele Amerikaner keinen Personalausweis haben! Es reicht eine „Foto ID“, sprich Schülerausweis, Driver Licence“ oder etwas vergleichbares! Er hatte zum Beispiel auch eine „Foto ID“ aus dem Knast! Er hat einen Polizisten verprügelt! Sollte man auch nicht machen so was ;)
Er Zeigte mir noch ein Video von einer einsamen Insel auf die er gefahren ist, und da geschlafen hat! Dort lagen noch sehr viele gekenterte Boote, die der Hurrikan durch die Gegend geschleudert hat! Aber ich frage mich warum die niemand sucht? Aufstellt? Aus dem Wasser zieht?
4 August 2005:
Ich sitze in Miami im Bahnhof. Noch 12 Stunden bis mein Zug kommt. Aber ich habe einen Fernseher hier, und eine Zeitung die ich für 35 Cent gekauft habe. „Miami Herold“ heißt sie. Stolze 2 Züge nehmen hier täglich Passagiere auf, der Bahnhof ist 24 Stunden am Tag besetzt. Mein Glück! Der Greyhoundbus war gut! Der Bus war pünktlich, keine Verspätungen, alles ging fix. Ist ja auch privat! Aber in Miami am Schalter war die Frau sehr unfreundlich! Ich fragte nach einem Bus von der Greyhoundstation zum Bahnhof. Antwort:„Taxi!“ „Wie weit?“ „Taxi!“ nach 10 Minuten noch ein Versuch: „Da fahren keine öffentlichen Busse hin?“ „Nein, Taxi.“ Ich habe nur noch 15 Dollar in der Tasche, das reicht wahrscheinlich nicht! Die Station ist wieder direkt an einem 8Spurigen Highway. Man kann da wohl zu Fuß dran lang laufen aber das macht niemand. Da kommt ein Schwarzer. Freundlich fragt er ob ich zu Amtrak will und einen Bus suche! Klar, nur 50 Meter um die Ecke, ist eine Bushaltestelle! DANKE!!!!!!!
Hier gibt’s anscheinend überall Bushaltestellen, weiß nur keiner. Das ist echt Lustig! Als ich dort stehe und warte lache ich mich echt schlapp! Ich kann nicht aufhören. Das Bild ist so lustig. Ein halb umgeknicktes Bushalteschild, an einem 8-Spurigen Highway, wo das letzte mal wahrscheinlich vor 3 Jahren jemand eingestiegen ist! Es stinkt nach Abgasen! Wann die Busse kommen steht natürlich nicht dran. Aber auch besser so! Stimmt ja sowieso nie! Aber ich wage das Experiment, mein Zug kommt ja eh erst morgen früh, und er kam auch, den nun sitze ich ja hier, in der Bahnhofshalle, und warte.
Ich lese ein Schild in dem der Ölpreis mit Apfel, Kirschsaft und anderen Dingen verglichen wird. Es ist tatsächlich so das 1 Gallone Trinken im Supermarkt teurer ist als 1 Gallone Benzin! Verrücktes Land!
5 August 20:30 Die Nacht auf dem Bahnhof habe ich gut verbracht. Durfte ja ausnahmsweise im Bahnhof schlafen, so weit das möglich war. Bewacht vom Ticketverkäufer der nachts keine Tickets verkauft weil die Türen verriegelt werden. Geiler Job! Habe grade gelesen das Amtrak durch den Staat finanziert wird! Anders wäre so was auch nicht möglich. Weniger als 1 % der Amis nutzen die Bahn als Verkehrsmittel, für wie gesagt ganze 2 Züge wird eine ganze Bahnstation betrieben. Laut einem Bericht wird die Bahn von vielen als überflüssig oder nostalgisch angesehen. Kein Wunder. In einer Millionenstadt wie Maiami, 2 Züge täglich, dann liegt die Station natürlich wieder mitten in der Pampa. mein Zug fährt jetzt schon 16 Stunden, inzwischen haben wir auch schon wieder die üblichen 3 Stunden Verspätung. Ich frage mich warum die Leute nicht fliegen? Der reguläre Fahrpreis beträgt 167 Euro von Miami nach Philadelphia. Ist da ein Innlandsflug nicht günstiger? Der dauert keine 30 Stunden, und das essen ist Gratis, wenn auch die gleiche Qualität. Ein aufgewärmtes Fertigsandwich kostet hier 5,50 Dollar.
Habe ich schon erwähnt dass ich das deutsche Sicherheitssystem liebe? Ich war gerade im Klo eingeschlossen. So wie eine Tür zu geht, geht sie hier noch lange nicht wieder auf.
Mit stolzen 4,5 Stunden Verspätung und mehr als 30 Stunden
fahrt komme ich in Philadelphia, von vielen Einwohnern auch „Philly“ genannt,
an. Es gibt keine Touristeninformation, keine Stadtpläne, und ein „Customerservice“
der keine Ahnung hat wo ich eine Jugendherberge finde. In einem Telefonbuch
finde ich eine Adresse, laufe los, und werde wieder freundlich in die richtige
Richtung geschickt. Kaum hat man die Karte in der Hand kommt die Frage „Wonach
suchst du? kann ich helfen?“ Toll! Der erste Eindruck von Philadelphia ist gut.
Ich finde die Adresse, es stellt sich jedoch heraus das es nur ein Büro der
Hostel International Kette ist. Ich bekomme eine neue Adresse und laufe weiter.
Dann geht’s ab ins Bett. Ich habe unglaubliche Muskelschmerzen am ganzen Körper!
Was wohl damit zusammenhängt das ich 2 Nächte im sitzen geschlafen habe! Einmal
im Bahnhof und einmal im Zug.
Hier sind einige Deutsche im Hostel, hier ist viel Betrieb! Erst sollte ich
wieder auf dem Sofa schlafen, habe dann aber doch noch ein Bett ergattert.

Liberty Bell in Philadelphia, sie läutete damals die
Unabhängigkeit Amerikas ein.
Heute habe ich mir Philadelphia angesehen. Die Liberty Bell die die Unabhängigkeit eingeläutet hat, den Washington Square, Benjamin Franklins Haus, oder das was davon übrig geblieben ist, sein Grab ( der erste Friedhof der Welt der Eintritt verlangt), die Münzfabrik, die größte Münzpresse der Erde, den Convention Center, Chinatown, die CityHall, Hochhäuser, Walnut und Chesnut Shoppingcenter, Penns Landing, Das Grab der Namenlosen Soldaten, und die Zweite Bank der USA die heute ein Museum beherbergt.

Hochhäuser in Philadelphia
Bin stolz auf mich, habe heute 29 Dollar für den Bus gespart! Ein Mädel das ich dort kennen gelernt habe hat mir erzählt das sie heute soviel für die Sightseeingtour bezahlt hat! Ich bin die Strecke abgelaufen. Hab mich den ganzen Tag bei Burgerking von Burgern und einem Gartensalat ernährt! Das ist hier in den USA echt billiger wie ein Supermarkt in der Stadt.
Irgendwie sind die Leute hier komisch. War das grade aus dem Norden anders gewöhnt. Hier bekommt die Bedienung grade mal ein gequältes „Have a nice day“ raus, wenn überhaupt. Alle haben verbitterte Gesichter. Warum?
8ter August, 1:45 Ich weis nicht woran es liegt, aber irgendwie geht heute alles schief, und ich bekomme schlechte Laune. Das könnte mit der Tatsache zu tun haben das ich nicht weis wo ich die nächsten Nächte schlafen soll. Ich sitze gerade im Zug in NY, auf dem Weg zu den Niagarafällen, ein Vogel hat mir meinen Rucksack voll geschissen, ich finde nichts in meinem Gepäck, ich habe mich gekratzt, und Nichtmahl der doofe Kuli schreibt wie er soll. Mir ist 2 mal die halbe Ladung des Rucksacks auf den Boden gekippt. Ich war weil ich 1 Stunde Aufenthalt in New York hatte (Die Verbindung ist Philadelphia -NY – NY – Niagarafalls) ebend noch im Wendys (einem Amerikanischen Fastfoodstore). Automatisierung in Perfektion. Sogar das Wechselgeld kommt in sekundenschnelle auf Knopfdruck. Noch nie habe ich eine so volle Burgerbude gesehen. 30 Mann quetschen sich hinterm Tresen in der Küche, wäre eigentlich mal ein Foto wert gewesen. Dann suche ich noch ein Inet-Cafe. keine Freie Jugendherberge, nicht mal die in Kanada! Dazu der Umstand das ich erst Nachts bei den Niagarafällen ankomme, sodass ich bezweifle eine Touristen-Infomation vorzufinden.
Na ja, warten wir es ab. Das einzig erfreuliche ist das
ich Meike aus Heidelberg in Philadelphia kennen gelernt habe, die mir angeboten
hat evtl. in Pittsburgh bei ihr zu schlafen, wenn ich Pittsburgh besuchen
wollte. Pittsburgh ist mein nächstes Ziel!

Niagarafalls bei Nacht
9 August: Der Zug kam gestern mit gewohnter mehrstündiger Verspätung mitten in der Nacht an. Die Fahrt war geprägt von Lautsprecherdurchsagen wie „ Wegen eines halte Signals kurzer Stopp, 10 Minuten Stopp, 20 Minuten, weitere 30 Minuten Stopp. Warten sie Ab und genießen sie die Aussicht“ Zum Glück lernte ich Abby und Elein aus Scotland und England kennen, die ich einfach mal anquatschte, da sie auch mit großen Rucksäcken unterwegs waren, wo sie den schlafen und ob sie etwas gebucht hätten. Nachdem ich ihnen dann erstmal verklickerte das sich ihr gebuchtes Hostel auf Kanadischer Seite der Niagarafälle befindet hatten die beiden auch keine Herberge mehr. Denn da sie hier für 3 Monate mit Arbeitsvisa waren wussten sie nicht ob sie über die Grenze gelassen würden und vor allem wieder zurück!
Wir machten uns also zu dritt mit einem Taxi auf die Suche nach einer Herberge auf amerikanischer Seite .Diese war aber, wie zu erwarten, geschlossen. Das Taxi fuhr uns zu einem teuren Hotel: 90 Dollar die Nacht! Das War zu viel für mein Budget! Wir beschlossen die Nacht in einem Cafe oder Restaurant zu verbringen. Durch einen Tipp gerieten wir an das „DayInn“ , ein richtig dickes Hotel. Das war zwar wieder teuer, aber wir beschlossen uns zu dritt ein 2-Bett Zimmer zu teilen, was im Endeffekt nur 5 Dollar teurer war als die Herberge! Für Jeden 30 Dollar! Schnäppchen! Die Säle waren von Kronleuchtern gesäumt, (Ich wollte am liebsten Fotos machen aber ich wollte die anderen Gäste nicht verwirren ;)), wir hatten ein eigenes Telefon, ein TV, ein Wecker, ein wunderschönes eigenes Badezimmer, und das schönste: Ein bett Breiter wie lang, superbequem, besser hätte die Nacht nicht enden können. Mit 2 netten hübschen Mädels in einem komfortablen Hotel mit allem was man sich wünscht nur eine halbe Meile entfernt von den Niagarafällen. Schöner kann das Paradies nicht sein :-). Es ist interessant zu sehen wie schnell man die kleinen Dinge im Leben zu schätzen lernt wenn man sie länger entbehren musste. Ein bequemes Bett, warmes Wasser, ein richtiges Frühstück.
Ich mit den netten Mädels aus England und Scotland in
unserem Hotelzimmer.
Heute morgen sind wir dann ins Hostel Umgezogen. Zum Glück waren Betten für uns frei! Wir waren Tagsüber an den Niagara Falls, die Boottour die wir gemeinsam vor hatten habe ich nicht gemacht da die Kamera voll war und ich wollte da auch noch Bilder machen, habe mich also von den Mädels getrennt. Bin dann allein nach Kanada rüber gelaufen. Bin ich da schon drin? Eine einfache Passkontrolle, das war’s. Von Kanada bin ich schwer begeistert ;) Zumindest von den paar Metern die ich da zu Gesicht bekam. Die haben auf Kanadischer Seite eine Art Freizeitpark aufgebaut! Museen, Shows, ein Regenwaldcaffee, eine Achterbahn, Casinos, „BeliveItorNot“, und viele andere Attraktionen. Abends bin ich dann wieder zusammen mit den Mädels für 8 Dollar bis unter die Wasserfälle gelaufen! Ein kleiner Holzsteg führt dort hin! Einen Regenmantel und Sandalen gibt’s Gratis! Wir waren trotzdem Pitschnass. Danach bin ich wieder alleine weiter. Die Mädels wollten zurück ins Hotel, da sie den Tag drauf schon fuhren, und ich habe noch sehr schöne Aufnahmen vom Wasserfall bei Nacht gemacht, der dann in allen Regenbogenfarben angestrahlt wird! Hammergeil!

Faszination Niagarafalls
10 August, kurz vor Mitternacht!: Ich bin wieder allein! Die beiden Mädels sind heute Morgen abgehauen. Ich war wieder an den Wasserfällen und von 11:30 bis 22 Uhr in Kanada. Die Passportkontrolle auf kanadischer Seite war diesmal aufwendiger, und die zurück in die Staaten erst recht. Lag wahrscheinlich daran, dass ich der einzige Gast war und er gerade Langeweile hatte. Oder aber auch daran das ich das 2te mal in zwei Tagen rüber gelaufen bin. Auf jeden Fall hieß es dann Rucksack auspacken! Bin den Tag bis zum „Wirpool“ gelaufen, ein angeblich Gewaltiger Strudel der sich einige Meilen hinter den Falls durch die Starke Strömung bildet! Den Tag wie ich da war, war das nicht wirklich beeindruckend.
Das dümmste an der Sache war noch das es in Strömen regnete, und meine vor dem Urlaub gekauften Schuhe inzwischen so weit runter gelaufen waren das die Solen undicht waren.

Ziemlich Nass!
Des Weiteren habe ich heute mein teuerstes
Burgerking-Menü aller Zeiten gegessen! 9 Dollar für ein Chickenburger mit Fries
und Diet Coke. Und der Burger war nicht einmal lecker. Ich bin von der
Kanadischen Seite viel mehr begeistert. Auch wenn alles recht teuer ist! Man
kann hier an einem Tag sicher ein paar Hundert Dollar lassen, ohne es zu merken! Ich leiste
mir allerdings gar nichts, da ich wie gesagt ein Reisebudget von 31 Euro pro Tag
habe!!
2 Dollar habe ich allerdings für eine Tasse aus Kanada ausgegeben, aber das auch
nur weil ich noch kanadische Währung hatte die Weg musste! Einen Dollar habe ich
in einer Spielhalle verballert! Ich komme einfach nicht ganz vorbei an so was ;)

Freizeitparkatmosphäre an den Niagarafalls
Morgen früh geht’s ab nach Boston. Doch nicht nach Pittsburgh. Das mit der Schlafmöglichkeit bei Meike hat leider nicht geklappt, und ich bezweifle das es da ne Jugendherberge gibt.
Heute tat ich übrigens das was ich schon immer mal im Leben machen wollte: Ich war in 2 Staaten gleichzeitig. Auf der Großen Rainbowbridge die Amerika und Kanada verbindet ist in der Mitte eine Grenzmarkierung, denn der Niagarariver teilt die beiden Länder! Mit dem linken Fuß in Amerika und dem rechten in Kanada blieb ich auf der Brücke stehen, und ließ mir für ein paar Minuten den Wind um die Nase wehen und bestaunte die Wasserfälle aus der Ferne.
11 August: Ich Sitze im Zug nach NY, von da aus geht’s nach Boston. Habe ich schon mal erwähnt wie ich die deutschen Sicherheitsstandards liebe? Sorry, aber ich kann die Sticheleien einfach nicht lassen. Ich wurde heute morgen vom „Herbergsvater“ für 6 Dollar zum Bahnhof gefahren. „Oh, hier fehlt glaube ich ein bisschen Luft“ Bisschen? Das war echt ein totaler Platten. Der Reifen so spröde und rissig das ich dachte er fällt gleich auseinander. Die Windschutzscheibe hatte einen Sprung, na ja eigentlich zwei, oder besser gesagt: Die Scheibe ist rundherum gerissen, und ich habe das Gefühl sie könnte jeden Moment herausfallen.

Nochmal die Falls
Im Zug habe ich ein Brasilianisches Pärchen getroffen. Ich habe eine Einladung
Brasilien zu besuchen ;)
DIESE LOCKS!! OH MEIN GOTT!! AHHHHHHH! DIE FAHREN MIT DIESEL!!! ENERGIEVERSCHWENDUNG!!!! (Das war mein Originaleintrag, Komplett in Fettbuchstaben! Es ist echt der absolute Wahnsinn! Seit Jahrzehnten gibt es in Deutschland E-Locks! Und die fahren hier immer noch mit Diesel! Als der Zugschaffner sagte „10 Minuten Zwischenstopp um die Lokomotive zu betanken“, dachte ich im ersten Moment: "Moment, irgendwas ist falsch an dem Satz!" Ich finde es echt unglaublich! Ich sah aber später das es zwischen Städten wie NY, Boston, Washington, wohl doch schon einige E-Loks gibt!
Trotzdem läuft hier einiges falsch in diesem Land, und manchmal ertappe ich mich dabei wie ich anfange den Amerikanern etwas vorzuschwärmen, von einem fernen Land namens Germany, weit weg in Europa, in denen Züge fahren die kaum Verspätung haben, in dem uns die Bahn ein Hotelzimmer zahlt wenn wir unseren Anschlusszug nicht bekommen. Das in diesem Land jeder eine Krankenversicherung hat, und das Recht auf einen gewisse soziale Unterstützung im Fall von Arbeitslosigkeit oder Krankheit. Und das es indem Land aus dem die BMW´s, Mercedes, und Audis kommen die hier Strassen füllen Autobahnen ohne Tempolimit gibt. Ein Land das Busse und Bahnen hat, die einen fast an jeden beliebigen Ort fahren, und das wir eine Partei haben die sich aktiv für den Umweltschutz und gegen Energieverschwendung einsetzt, und ein Land in dem man mit 16 schon in die Disco darf.
12 August, Boston: Der Zug kam gestern fast pünktlich in NY an, so das ich den Anschlusszug nach Boston Glücklicherweise bekam. Auch wenn dieser dann wieder die üblichen 2 Stunden Verspätung hatte. Boston gefällt mir. Nur junge Leute, die U-Bahn und die Stadt sind sehr gepflegt. Bin heute die Freedom-Trail abgelaufen, ein 5,5 Meilen langer Weg der sich quer durch Boston zieht und historisch wichtige Denkmäler, Häuser und Plätze miteinander verbindet! Das ganze dann natürlich auch wieder zurück.

Parkanlage in Boston
Bin im Hafen an ein paar Kriegsschiffen vorbeigelaufen! Das eine davon wohl das älteste amerikanische Kriegsschiff! Aber habe keinen Bock! Schon wieder ne Stunde anstehen für diese überzogenen Sicherheitskontrollen, um dann einmal zu sehn wie toll die Amis Krieg führen können? Ich laufe weiter…
Des Weiteren war ich an dem Haus, von dem damals die Unabhängigkeitserklärung verlesen wurde. Und dann der Schock! In dieses historische Haus haben die Amis im hinteren Teil eine U-Bahn Station eingebaut! Ahhhhh! Schon mal was von Denkmalschutz gehört? Hier gerät man echt immer wieder ins staunen.
Anschließend ging es dann noch weiter, wieder zu Fuß, nach Cambridge, wo die weltberühmte Harvard Universität liegt. Cambridge ist kein Stadtteil von Boston. Es ist eine eigene Universitätsstadt mit über 90.000 Einwohnern! Echt riesig! Meine Füße können nicht mehr. Durch meine Schuhe kann ich inzwischen durchgucken ;) Ich bin voll K.O. und laufe nach Hause.

CityHall In Boston
Die netten Mädels die mit ihrem Daddy mit mir in einem Zimmer in der Herberge übernachtet haben sind inzwischen ausgezogen. Dafür sind drei weniger attraktive Omis und Opas aus Deutschland eingezogen. Was auch immer die hier in der Jugendherberge suchen, zumal die schon um 8 Uhr schlafen wollen und sich schon gestört fühlen wenn um halb 9 Uhr jemand das Zimmer betritt.
Abschließend kann man sagen das ich von Boston sehr positiv überrascht bin. Aber
morgen früh geht’s schon wieder nach NY! Final Destination! Von da geht’s
übermorgen nach Hause! Aber ich bin total abgebrannt!!!
13 August, 10:10: Ich sitze in der South Station in Boston, in 1,5 Stunden kommt
mein Zug. Gestern Abend habe ich noch 2 Leute aus Österreich getroffen. Zusammen
sind wir dann noch ab in die City um was zu trinken und um Musik zu hören. Valerie
und Johannes hießen die beiden, die sich untereinander genauso wenig kannten wie
ich sie. 5 Dollar Eintritt, trinken, dann der nächste Club, wieder 5 Dollar…
Nein! Ich Beschloss nach Hause zu fahren, war eh Müde, und ich habe nicht so ein
fettes Budget wie die anderen es wahrscheinlich haben. Frage mich wie die das
alle machen. Die haben alleine 20 Dollar am Abend für trinken ausgegeben,
alleine in der Zeit wo ich dabei war. Die müssen ja ein enormes Reisebudget
haben. Habe Valerie mal gefragt, die hat heute allein 70 Dollar, + die Herberge
ausgegeben! Sind 105 Dollar! Wahnsinn! Valerie kommt mit mir nach Hause weil sie
in die nächste Disco nicht Reingelassen wird. Da ihre Füße schlapp machen ( Jaja,
der böse Alkohol :-) nahmen wir dann nach halber Strecke noch ein Taxi! Ein
teuer Abend! Verdammt! Dabei habe ich mein Budget eh schon überzogen.
Krass wie streng die Amerikaner bei den Kontrollen in der Disco sind. Sie kam nicht rein weil ihnen ihr Studienausweis nicht sicher genug war! Dabei war sie 21! Aber ich habe mich mal erkundigt. Bei einer Kontrolle braucht nur eine 20 Jährige in der Disco sein, oder gar ein Bier trinken, und der ganze Laden wird dicht gemacht, verliert unter umständen sogar die Konzession. Sogar ich hatte bei einem Türstehen ein Problem mit meinem deutschen Personal Ausweis!( Also: Immer Reisepass oder Führerschein mitnehmen!!)
14 August, 23:30 Meine letzten 24 Stunden laufen. Gestern habe ich das gemacht wovon eigentlich jeder Reiseführer warnt. Ich fuhr nach NY-City, und das ohne Reservierung. Dazu kam die Tatsache das Samstag war. Also Wochenendtourismus. Aber ich wollte es ja noch mal ein bisschen spannend machen ;-) Das erste Hostel, das Centralparkhostel war voll! Das 2te, das Hostel International auch! Ich bekam aber eine weitere Adresse! Und das war auch schon mein Volltreffer! Das „Jazz on the Park Hostel“ was sogar stolze 5 Dollar billiger war als das HI! Also ca. 30 Dollar!
Zufällig habe ich Valerie wieder getroffen, und bekam völlig irritiert 2 Küsse aufgedrückt. Wow! Sie ist aber in einem anderen Hostel untergekommen. Sie gibt mir zwar ihre Handynummer, aber ich habe irgendwie keine Lust, weil ich denke das das Abendprogramm mit ihr zusammen etwas zu teuer für mein Budget ausfallen würde ;) Ich fuhr allein mit der Subway nach Downtown, bis an den Fährhafen zu „Staten Iland“, um von da aus Bilder von der Brooklyn Bridge zu machen. Ganz zufällig kam ich dabei nach einer Weile laufen zum Pier 17. Und dort ist es echt schön! Bars, Kaffees, 2 alte Schiffe die ein Museum beherbergen, und viele 100 Leute die ausgelassen tanzen. Gut tanzen! Mit Rhythmus, mit Energie. Und das alles vor der Skyline Manhattans, das ist echt hammercool. (Für alle die da mal hinwollen: Es liegt am Ende der Fulton Street) Ich setze mich abseits auf eine Terrasse des Piers und starre eine Stunde einfach nur in die ferne, summe leise vor mich hin, grüble über Gott und die Welt. Ein Lichtermeer, Menschen, Taxis, Schiffe, Busse, Flugzeuge, im Hintergrund die Brooklyn- und die Manhattanbridge. Schade dass ich diesen Augenblick mit niemandem teilen kann. Um mich herum sitzen inzwischen weit verstreut ein paar Pärchen die Löcher in die Luft staunen. Ich fahre Heim.

New Yorks Skyline bei Nacht

Partystimmung und heisse Tänze vor New Yorks Skyline.
Heute war ich in Coney Iland, ca. 15 Meilen und eine Dreiviertelstunde U-Bahnfahrt entfernt von meiner Herberge. Das ist Wahnsinn! Ein Freizeitpark mitten am Strand. Ja, das ist typisch Amerika! Typisch New York. Ein brüllend voller Strand. So voll habe ich noch keinen gesehen. Achterbahn, Riesenrad, Autoscooter, Zuckwatte und Popcorn. All das gibt es hier neben Sonne, Strand und Meer.

Coney Iland! Freizeitpark am Strand
Später ging’s wieder ab zum Timesquare und Broadway, danach ab zum Empire State Building. Eintritt 14 Euro, es ist nichts los, nach nur 15 Minuten für Sicherheitskontrolle & Co. war ich oben! Im 86. Stock! Der Fahrstuhl raste, 10 Stockwerke in 5 Sekunden. Als ich oben ankam braute sich ein Unwetter zusammen. Ich konnte grade noch ein paar Bilder im hellen machen. Es blitzt und donnert, und dann kracht es richtig! Ein Blitz schlägt über uns in die Spitze des Empire State Buildings ein. Ein Danke an Benjamin Franklin für die Erfindung des Blitzableiters J! Alles erschrickt sich, alle ducken sich, schmeißen sich auf den Boden. Dann erleichtertes Gelächter, nix passiert. Nun wird’s aber dem Sicherheitsdienst zu bunt. Die Terrasse wird geräumt. Ich bin extra gegen Abend her gekommen um auch Bilder im dunklen machen zu können und nun das: Regen! Heftiger Regen, Sturm, die Sicht ist gleich NULL. Wir befinden uns in mitten einer Wolke. Ich harre 3 Stunden in der Spitze aus, denn ich will ja unbedingt noch Fotos bei Nacht machen. Das warten lohnt sich. Es klart auf. Manhattan Downtown bei Nacht liegt vor uns zu Füssen! Wow!

Vom Empire State Building

Vom Empire State Building

Vom Empire State Building
Ich hatte vorher immer den Eindruck das das Empire State Building gar nicht so groß is. Von der Strasse aus sah es nicht viel größer aus als so manch anderes Hochhaus. Die majestätische Größe wird einem bewusst wenn man oben ist. Wahnsinn.
Meine Zeit geht zu Ende! meine letzten 24 Stunden laufen weiter, und dann heißt es abschied nehmen von New York, abschied von den USA, und ich werde ein bisschen sentimental, denke nach über das erlebte, meine Vorstellungen von Amerika und dem Bild von Amerika was ich heute habe. Es ist ein ganz anderes. Ich dachte immer Amerika, Hightechland, Land der unbegrenzten Möglichkeiten, usw. In Wirklichkeit ist das aber alles nur Fassade! Zumindest heutzutage! Eine Fassade die sich vielleicht aufrecht erhalten lässt, wenn man nur New York erlebt, nur in Hotels unterkommt, oder in jeder Stadt die teuren Sightseeingtouren mitmacht die einen nur zu den schönsten Plätzen der Stadt führen.
Dadurch das ich immer allein, auf eigene Faust, unterwegs war, habe ich auch ganz andere Dinge erlebt. Wenn ich einen Reisepartner gehabt hätte, den ich mir bei diesem Trip oft gewünscht habe, wäre der Trip ein ganz anderer gewesen. Dadurch das ich ganz allein unterwegs war, war ich offener Fremden gegenüber. Ob das nun Conchita in ihrer Mahnwache vorm Weißen Haus war, der Penner in der Union Station in Washington, oder der Schwule Künstler in Key West. Ich hätte diese Leute nicht kennen gelernt, und damit auch nicht die wirklichen Amerikaner, keine Bilderbuchamerikaner!
Ich denke ich habe eine Menge gelernt
auf diesem Trip, und er war gut so wie er war. Ich habe außerdem sehr viele
andere interessante Leute kennen gelernt. Aus Japan, Korea, Frankreich, England,
Schottland,
Deutschland, Österreich, Singapur, Porta Rico, Mexiko, Kanada, Brasilien,
Dänemark, Schweden, Holland, Venezuela, und so weiter. Ich habe aber nicht nur
eine Menge über Amerika und andere Länder gelernt. Auch mein eigenes Land sehe
ich jetzt mit ganz anderen Augen. Unser soziales Netz, unser Gespür für die
Natur und die Umwelt in der wir leben, unsere Stärken. Ich habe ein deutlich
besseres Bild von Deutschland, und denke wir sind in vielem besser als wir uns
das immer schlecht reden. Ein bisschen mehr Nationalstolz wie die Amis ihn zum
Überdruss besitzen würde uns ganz gut tun. Beeindruckt haben mich an Amerika vor
allem die Freundlichkeit und die Offenheit der Leute Fremdem gegenüber. Jeder
hilft jedem, man achtet aufeinander. Und wenn man im Park sitzt kann es
passieren das wildfremde Leute anfangen miteinander zu quatschen, Spiele
miteinander zu spielen, Wetten abzuschließen oder einfach nur zu reden. Ich hoffe
ich konnte ein bisschen davon mit nach Hause nehmen!
Ich Grüße alle denen ich auf diese Reise begegnet bin, und die diese Reise für
mich auf ewig unvergesslich gemacht haben!
Euer Tobias
16. August: Ich bin zu Hause! ;) Juhuuuuu!
Zurück im kalten Deutschland, vorm Peiner Bahnhof.
Urlaub der Rekorde: 1255 Bilder geschossen, zurückgelegte Kilometer inklusive
Flug ca.20.000 km
Alle Bilder gibt’s auf Wunsch wie immer
auch in Großformat per Email.
Diesen Blogg führte ich live während der Tour: http://earthlights.blogg.de
(c) Tobias Bullert , Minden 2005